Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Neue Anlage entlastet die Werra
Nachrichten Wirtschaft Neue Anlage entlastet die Werra
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:17 17.01.2018
Die neue Kainitkristallisations- und Flotationsanlage (KKF) reduziert die Abwässer im K+S-Werk Werra um 20 Prozent- und macht dient zugleich der Rückgewinnung von wertvollen Bestandteilen. Quelle: dpa
Kassel/Hannover

Der Kasseler Konzern K+S kommt beim Umweltschutz voran. Jetzt hat der Kali- und Salzproduzent im nordhessischen Philippsthal eine neue Anlage Betrieb genommen, die die Abwässer des dortigen Kaliwerkes Hattorf deutlich verringert. Dies passt zur Strategie von Vorstandschef Burkhard Lohr, der sich seit seinem Amtsantritt im vergangenen Mai auffallend bemüht, den Dauerstreit mit Umweltschützern, Bürgern und Politikern zu entschärfen. 

Für den Bau der Kainitkristallisations- und Flotationsanlage am Standort Hattorf direkt an der Grenze zu Thüringen hat K+S 180 Millionen Euro in die Hand genommen. Damit sei es das bisher größte Einzelprojekt des Unternehmens für den Gewässerschutz, hieß es. Dadurch können nach Unternehmensangaben aus bisher nicht nutzbaren Salzlösungen zusätzliche Wertstoffe gewonnen werden, während zugleich  und die Abwassermenge des Werks Werra jährlich um 1,5 Millionen Kubikmeter, also rund 20 Prozent, sinkt. 

Bei der offiziellen Eröffnung am Mittwoch war auch politische Prominenz zugegen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) zeigte sich erfreut, dass mit der Investition nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werde, sondern auch für die Region wichtige Arbeitsplätze gesichert würden. Hessens grüne Umweltministerin Priska Hinz lobte das Unternehmen dafür, „dass es sich seiner Verantwortung für Ökologie und Ökonomie in seiner Umgebung bewusst ist“. Das Ministerium werde jedoch darauf achten, dass es zu weiteren Verbesserungen komme. Laut K+S-Chef Lohr hat der Konzern in wenigen Jahren insgesamt „fast eine halbe Milliarde Euro“ in Anlagen investiert, die die Verschmutzung der Werra durch salzhaltige Abwässer aus dem Kalibergbau verringern. 

Die Einleitung der Abwässer ist seit Jahrzehnten äußerst umstritten, obwohl die Mengen seit der deutschen Wiedervereinigung und der Schließung von Bergwerken auf früherem DDR-Gebiet schon stark gesunken sind. Umweltschutzverbände und Anglervereine, Kommunal- und Umweltpolitiker kämpfen für eine weitere Reduzierung. Im Frühjahr 2016 hatten sich die sieben Anrainerländer der Weser und ihrer Nebenflüsse auf einen Masterplan geeinigt, der eine Halbierung der Salzfracht in der Werra bis 2027 vorsieht. Die nun eröffnete Anlage war Teil dieses Plans. 

Allerdings hat sich der teils vor Gerichten ausgetragene Konflikt zuletzt schon deutlich entspannt, was auch ein Verdienst des neuen Chefs Burkhard Lohr ist. Als er im Mai 2017 die Nachfolge von Norbert Steiner bei dem Bergbau- und Chemiekonzern antrat, machte er gleich klar, dass er auf den Dialog mit Politikern und Umweltgruppen setzt und dabei auch neue Wege gehen will. Es blieb jedoch nicht bei Worten. Im November einigte er sich mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), im Dezember folgte ein Vergleich mit der Stadt Gerstungen. Dadurch wurde jahrelange Auseinandersetzungen beendet und weitere Gerichtsverfahren vermieden. Allerdings musste sich die K+s zu weiteren Schritten verpflichten, um die Salzeinleitungen in die Werra zu mindern. Durch die nun in Betrieb genommene Anlage sinkt die Abwassermenge im Werk Werra um 1,5 Millionen auf 5,5 Millionen Kubikmeter. Vor zehn Jahren war es nach Unternehmensangaben noch 14 Millionen Kubikmeter. 

K+S ist einzige deutsche Rohstoffkonzern. Seine beiden wichtigsten Säulen sind die Produktion von Kalidünger und Salz. Er hat weltweit mehr als 14 000 Mitarbeiter und kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. Auch in der Region Hannover hat er mehrere Standorte, darunter das Kalibergwerk Sigmundshall in Wunstorf Bokeloh, das aber noch in diesem Jahr geschlossen wird.Außerdem befindet sich in Hannover die Zentrale der K+S-Tochter european salt company (Esco). 

Von Albrecht Scheuermann

Schon seit längerem plante der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé, sich von der Sparte des US-Süßwarengeschäfts zu trennen. Über den Käufer ist auch schon spekuliert worden. Jetzt ist der Milliarden-Deal durch. Neuer Eigner ist das italienische Süßwaren-Unternehmen Ferrero.

17.01.2018
Wirtschaft Auswirkungen auf Immobilienbesitzer - Kippt Karlsruhe die Grundsteuer?

Das Bundesverfassungsgericht prüft seit diesem Dienstag die Grundsteuer. Weil deren Berechnungsgrundlage uralt ist, könnte die Steuer nicht mehr verfassungsgemäß sein. Wer zahlt diese Abgabe überhaupt, wie wird sie berechnet und wie geht es weiter, wenn sie kippt? Ein Überblick.

16.01.2018

Die IG Metall und die Metall-Arbeitgeber streiten weiter. Die dritte Verhandlungsrunde in Hannover brachte keine Einigung – nur erste zarte Signale der Annäherung.

16.01.2018