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Wirtschaft Großbritannien setzt auf E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung
Nachrichten Wirtschaft Großbritannien setzt auf E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung
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17:01 20.08.2018
Das Dampfen von E-Zigaretten soll zwar weniger schädlich sein als herkömmliche Zigaretten zu rauchen. Langzeitfolgen sind aber bisher nicht ausreichend untersucht. Quelle: dpa
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London

Wenn sich Abend für Abend vor den Pubs und Bars in London sowie im Rest des Landes die Raucher versammeln, gesellen sich seit Jahren auch immer mehr Menschen mit elektrischen Zigaretten in der Hand dazu. Die weißen Dampfwolken, die in den Himmel steigen, sind mittlerweile zu einem gewohnten Bild geworden. Rund 2,9 Millionen Menschen nutzen derzeit die Hybridtechnologie auf der Insel, geschätzte 470 000 Briten wollen mit deren Hilfe vom Glimmstängel loskommen.

Britische Abgeordnete hoffen, dass die Anzahl der Umsteiger weiter steigt. Gerade hat eine Gruppe von Parlamentariern einen Report veröffentlicht, in dem sie die E-Zigarette als Chance bezeichnen, Millionen von Rauchern von ihrer Sucht zu befreien. Der Konsum dieser Alternative sei weit weniger gesundheitsschädlich, heißt es in dem parteiübergreifenden Bericht, weshalb sie fordern, dass diese auf Rezept erhältlich sein sollten.

Autoren empfehlen E-Zigaretten in Bussen und Zügen zu erlauben

Zudem empfehlen die Autoren, Verordnungen zu entschärfen, nach denen das sogenannte Dampfen praktisch auf dieselbe Stufe wie das Rauchen gestellt wird. Es ist gar die Rede davon, E-Zigaretten in Bussen, Zügen und im Arbeitsumfeld zu erlauben und der Industrie größeren Freiraum zu schaffen, um für die elektronische Dampfversion zu werben. Es gebe keinen Beweis, dass diese für junge Menschen als Einstiegsdroge für Zigaretten fungieren, betonte die britische Gesundheitsbehörde (PHE).

In dem Report kommen neben Wissenschaftlern und Politikern auch Vertreter der Branche zu Wort. Sie alle verweisen auf die Ergebnisse einer Studie der PHE aus dem Jahr 2015, wonach die E-Zigarette mindestens 95 Prozent weniger Schaden anrichtet als herkömmliche Tabakzigaretten.

E-Zigaretten als „Schlüsselelement“ im Kampf gegen das Rauchen

Seit Jahren setzt das Königreich auf die Tabakentwöhnung mithilfe dieser Geräte, um die Raucherzahlen weiter zu senken. Damit, so die Schlussfolgerung, wären auch große Einsparungen für das Nationale Gesundheitssystem möglich. Zwar geben die Autoren zu, dass die Langzeit-Folgen des Dampfens bislang unbekannt sind. Doch wenn sie richtig genutzt werden, könnten E-Zigaretten „ein Schlüsselelement“ im Kampf gegen das Rauchen sein, so Norman Lamb, Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie. „Wir wollen innerhalb von zehn Jahren eine tabakfreie Generation erleben“, sagte Duncan Selbie, Chef der PHE. Dieses Ziel sei „in Sichtweite“.

Die Diskussion um E-Zigaretten auf der Insel erhält mit der Veröffentlichung des Reports neuen Auftrieb. Er sei „eine willkommene und auf Beweisen beruhende Atempause von all der Panikmache über das Dampfen“, befand Linda Bauld, Professorin für Gesundheitspolitik an der Universität Stirling.

Großbriatnnein auf Rang eins der Tabakkontrolle

Großbritannien gilt europaweit als Vorreiter im Kampf gegen Zigaretten. So liegt das Königreich bereits seit Jahren auf Rang eins der Tabakkontrolle in Europa, während Deutschland in der zuletzt veröffentlichten Skala, der „European Tobacco Control Scale“, auf dem vorletzten, Österreich auf dem letzten Platz landeten. Sie zeigt, dass im Vergleich von 34 europäischen Staaten die Maßnahmen, um den Tabakkonsum einzudämmen, auf der Insel besser umgesetzt werden als in allen anderen untersuchten Ländern. So werden Zigaretten etwa weitaus strenger reguliert, zudem bezahlen die Briten beispielsweise fast doppelt so viel für eine Schachtel als die Deutschen.

Von Katrin Pribyl/RND

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