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Wirtschaft Griechenlands Schuldenpoker geht in die letzte Runde
Nachrichten Wirtschaft Griechenlands Schuldenpoker geht in die letzte Runde
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21:41 29.05.2018
Die europäischen Gläubiger und der Internationale Währungsfonds (IWF) streiten immer noch über Schuldenerleichterungen für Griechenland. Quelle: dpa
Athen

Eigentlich wollte der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos im Mai mit einer weiteren Bond-Emission die Stimmung am Kapitalmarkt testen – schließlich soll sich Griechenland nach dem Auslaufen der Hilfszahlungen ab Ende August wieder eigenständig am Kapitalmarkt refinanzieren. Aber die Emission muss weiter aufgeschoben werden. Der Grund: Die europäischen Gläubiger und der Internationale Währungsfonds (IWF) streiten immer noch über Schuldenerleichterungen für Griechenland.

Noch im Januar schien Athen auf einem guten Weg. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe erreichte mit 3,64 Prozent den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren. Aber seit Februar kamen die Kurse der Papiere unter Druck, spiegelbildlich stieg die Rendite. Am Dienstag erreichte sie mit 4,95 Prozent den höchsten Stand seit sechs Monaten.

Athen soll auch nach dem Ende des Programm auf Sparkurs bleiben

Der Anstieg geht vor allem auf die Sorgen vor einer neuen Italien-Krise zurück. Griechenland gilt unter allen Euro-Problemstaaten als besonders ansteckungsgefährdet. Vor allem die hohe Staatsverschuldung und das anhaltende Tauziehen um Schuldenerleichterungen verunsichern die Finanzmärkte.

Schon im November 2012 stellten die Euro-Finanzminister Griechenland Schuldenerleichterungen in Aussicht. Zur Diskussion stehen längere Laufzeiten für die Hilfskredite, niedrigere Zinsen und eine Ablösung teurer Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) durch billigere und länger laufende Darlehen des Euro-Stabilitätsmechanismus ESM.

Aber immer noch streiten die europäischen Geldgeber mit dem IWF über die Modalitäten. Während der Fonds weitgehende Erleichterungen verlangt, wollen sich viele Euro-Finanzminister, allen voran Olaf Scholz, mit kleinen Schritten begnügen, die überdies mit strikten Kontrollen einhergehen sollen, damit Athen auf nach dem Ende des Programms am Reform- und Sparkurs festhält.

Die Hoffnung auf Rücklagen schwinden

Der ungelöste Streit bringt Griechenland in Zeitdruck. Mit zwei Anleihen plante Athen bis zum August am Markt rund sechs Milliarden Euro aufzunehmen. Mit dem Geld will der Finanzminister eine Rücklage bilden, die es dem Land ermögliche soll, sich bis ins Jahr 2020 zu refinanzieren. Aber angesichts der hohen Bond-Renditen ist an weitere Emissionen derzeit nicht zu denken. Und solange die Schuldenfrage ungelöst ist, werden die Risikozuschläge kaum merklich zurückgehen.

Ende dieser Woche wollen die europäischen Geldgeber und der IWF versuchen, am Rand des G7-Finanzminister-Treffens im kanadischen Whistler einen Kompromiss zu finden. Als letzter Termin für eine Einigung im griechischen Schuldenstreit gilt die Sitzung der Eurogruppe am 21. Juni in Luxemburg.

Der IWF macht von den Schuldenerleichterungen seine weitere Teilnahme am Griechenland-Programm abhängig. Geht der IWF von Bord, würde das bedeuten, dass der Fonds Griechenlands Schuldenlast für nicht tragfähig hält. Damit geriete Athens Rückkehr an den Markt in Gefahr.

Von Gerd Höhler/RND

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