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Wirtschaft Google will den Durchbruch für das Bezahlen mit dem Handy
Nachrichten Wirtschaft Google will den Durchbruch für das Bezahlen mit dem Handy
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00:17 29.06.2018
Wer Googles neuen Bezahldienst nutzen will, braucht eine geeignete Kreditkarte. Quelle: Insa Catherine Hagemann
Berlin/Hannover

In Deutschland bezahlt noch kaum jemand mit dem Handy, doch nun will Google die Technik mit seiner Marktmacht massentauglich machen. Der am Dienstag in Berlin vorgestellte Bezahldienst „Google Pay“ könnte das Bargeld im Alltag weiter zurückdrängen, schließlich laufen rund drei Viertel aller Smartphones in Deutschland mit Googles Android-Betriebssystem. Außerdem kommt Google dem Rivalen Apple zuvor, der seinen Bezahldienst in Deutschland noch nicht anbietet.

Zum Bezahlen mit Google Pay hält man das Handy an der Kasse kurz an den Kartenleser. Die Daten werden per Funk übertragen, der Betrag anschließend über eine im Handy eingetragene Kreditkarte vom Konto abgebucht. Voraussetzung ist ein Smartphone mit NFC-Funkchip. Außerdem muss der Kartenleser kontaktloses Bezahlen unterstützen, was in den meisten Geschäften der Fall ist.

Zudem benötigt man eine Kreditkarte, die von der Commerzbank, der Comdirect oder der Online-Bank N26 ausgegeben wurde. Mit Hilfe einer „virtuellen Kreditkarte“ des Dienstleisters Wirecard können aber auch Kunden anderer Banken Google Pay verwenden. Zudem dürften bald weitere Banken ihre Karten für den Dienst freigeben.

Man berechne keine Gebühren, betonte Google-Manager Spencer Spinnell. Es gehe darum, Geschäfte zu ermöglichen und Android attraktiv zu machen. Die anfallenden Daten verwende man nur, um Nutzern eine Liste ihrer Einkäufe zu zeigen. Torsten Daenert von der Commerzbank sagte: „Wir geben grundsätzlich keine Daten unserer Kunden weiter, auch nicht an Google.“

Auch viele Banken arbeiten an Handy-Bezahldiensten, zum Beispiel die Volks- und Raiffeisenbanken, deren Angebot im August starten soll. Die Sparkassen wollen ebenfalls allen Kunden das kontaktlose Zahlen ermöglichen, „egal ob mit der girocard, der Kreditkarte oder mit dem Smartphone“.

Banken schränken Abhebungen ein

Laut der Bundesbank fiel der Anteil der Bargeldzahlungen am Gesamtumsatz 2017 erstmals unter die 50-Prozent-Marke. Gleichzeitig machen immer mehr Banken strengere Vorgaben für Abhebungen an Automaten. Vor allem Direktbanken wollen so die anfallenden Gebühren reduzieren. Bei der ING-Diba müssen Kunden von Juli an mindestens 50 Euro abheben – oder 10 Euro pro Monat zahlen, wenn sie kleinere Beträge abheben wollen. Bei Comdirect und DKB gibt es ähnliche Einschränkungen.

„In Deutschland stellt zwar noch niemand das Bargeld ernsthaft in Frage“, sagte Frank-Christian Pauli, Finanzexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Es gebe jedoch andere Länder, in denen es bereits stark zurückgedrängt worden sei, zum Beispiel Schweden. Als „freies, anonymes Zahlungsmittel“ sei Bargeld unverzichtbar, betonte der Verbraucherschützer.

Von Christian Wölbert

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