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Wirtschaft Weil rügt VW-Chef Müller für DDR-Vergleich
Nachrichten Wirtschaft Weil rügt VW-Chef Müller für DDR-Vergleich
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00:34 28.03.2018
Umstrittene Sicht zu Managergehältern: VW-Chef Müller. Quelle: dpa
Hannover

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kritisiert Äußerungen von VW-Chef Matthias Müller zur Debatte über die Höhe von Managergehältern. „Eine Begrenzung von Managergehältern auf 5 Millionen Euro pro Jahr mit den Verhältnissen in der DDR zu vergleichen ist komplett abwegig“, sagte Weil der Zeitung „Die Welt“. Weil sitzt auch im VW-Aufsichtsrat, Niedersachsen ist ein wesentlicher Anteilseigner von Volkswagen.

Müller hatte im „Spiegel“ auf die Frage nach einer Gehaltsobergrenze von beispielsweise 5 Millionen Euro geantwortet: „In Deutschland besteht der Drang, alles politisch regeln zu wollen. Aber wo soll das enden? Wir hatten so was bereits einmal in Form der DDR. Da ist auch alles geregelt worden.“ 

Weil sagte, mit diesen Äußerungen werde Müller „den Verhältnissen in Deutschland nicht einmal von Ferne gerecht“. In der DDR hätten die Menschen „sicher andere Probleme als Spitzengehälter von Managern“ gehabt. Kritik äußerte der SPD-Politiker auch an Müllers genereller Begründung für Gehälter von Spitzenmanagern. Das Argument, wonach ein VW-Chef schließlich eine sehr große Verantwortung trage, könnten auch ganz andere Berufsgruppen für sich in Anspruch nehmen, die wesentlich weniger verdienen, betonte Weil. Müller hatte im „Spiegel“ zwei Gründe für ein hohes Gehalt genannt: die Relevanz des Unternehmens für die Volkswirtschaft sowie das Risiko, das man als Konzernchef trage: „Als solcher steht man immer mit einem Fuß im Gefängnis.“ 

Wegen des Entlohnungssystems für VW-Vorstände soll es vor vier Wochen einen Disput bei einer Aufsichtsratssitzung gegeben haben. Nach Informationen des „Handelsblatts“ wollte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch über Nachjustierungen an dem Vergütungsmodell abstimmen lassen, das in Grundzügen schon im vorigen Jahr beschlossen worden war. Allerdings habe er die Mitglieder des Gremiums vorher nicht über die geplanten Änderungen informiert, hieß es. Vor allem Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann habe sich überfahren gefühlt, über einen Mangel an Informationen beklagt – und es abgelehnt, auf der Sitzung über das Thema abzustimmen.

Von André Stahl