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Wirtschaft Aktionäre kritisieren Vorstandsumbau bei LPKF
Nachrichten Wirtschaft Aktionäre kritisieren Vorstandsumbau bei LPKF
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00:32 03.06.2018
Götz Bendele LPKF Quelle: Wölbert
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Hannover

LPKF durchlebt weiterhin turbulente Monate. Kleinaktionäre werfen dem Aufsichtsrat des Garbsener Lasermaschinen-Herstellers riskante Personalentscheidungen vor. Das Ausscheiden von vier erfahrenen Vorständen in kurzer Zeit könne „fatal werden“, warnte Alexander von Vietinghoff-Scheel, Geschäftsführer der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Niedersachsen, am Donnerstag auf der LPKF-Hauptversammlung. Christian Retkowski von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK) äußerte sich ähnlich. „Ist so ein drastischer personeller Umbau sinnvoll und nachhaltig?“, fragte er.

2017 hatte der langjährige Vorstandschef Ingo Bretthauer das Unternehmen verlassen. Vor einigen Wochen kündigte es zudem den Abschied der weiteren Vorstandsmitglieder Christian Bieniek (Produktion), Bernd Lange (Technik) sowie von Interims-Chef Kai Bentz an. Die drei hatten LPKF durch eine Krise mit Verlusten und Stellenabbau geführt und 2017 wieder einen Gewinn erreicht. Seit Anfang Mai ist der ehemalige McKinsey-Berater Götz Bendele als neuer Vorstandschef im Amt.

Aus Sicht von Aktionärsschützer Vietinghoff-Scheel muss LPKF aber weiterhin saniert werden. Der umfassende Führungswechsel sei daher gewagt. „Man wechselt nicht mitten im Fluss die Pferde“, meinte er. Der neue Chef Bendele habe sich zwar „gut präsentiert“, es sei jedoch fraglich, ob er genügend Sanierungserfahrung habe.

Vietinghoff-Scheel unterstellte der German Technology AG, die treibende Kraft hinter dem Umbau zu sein: „Sie hat hier durchregiert im letzten Jahr“, sagte er. Die Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Hannover hält 20 Prozent der LPKF-Anteile und ist damit der größte Aktionär. Sie gehört zur Bantleon-Gruppe.

Aufsichtsrat verteidigt sich

Aufsichtsratschef und German-Technology-Vorstand Markus Peters erwiderte, dass der Aufsichtsrat alle Entscheidungen einstimmig getroffen habe – also mit Zustimmung der Mitglieder, die nicht mit dem größten Aktionär verbunden sind. Man habe den Vorstand von vier auf zwei Posten verkleinert, weil das für die Größe von LPKF angemessener sei. Die „Verschlankung“ sei kein Urteil über die Arbeit der scheidenden Vorstände. Die Entscheidung von Bentz, LPKF ebenfalls zu verlassen, sei „bedauerlich“. Man suche zurzeit einen Nachfolger. Bentz selbst, der Ende 2018 geht, erklärte seinen Abschied mit seiner „persönlichen Lebensplanung“.

Der neue Chef Bendele bestätigte die Prognosen seiner Vorgänger: Er rechne für 2018 mit einer Marge von 6 Prozent vor Steuern. 2017 lag dieser Wert bei 3,9 Prozent. Um langfristig Umsatz und Gewinn weiter zu steigern, müssten die LPKF-Segmente künftig stärker zusammenarbeiten. Außerdem müsse das Unternehmen „im positiven Sinne sparsam“ sein. Eine mögliche Maßnahme sei der Verkauf von Immobilien, deutete er an. Die computergesteuerten Laser der Firma mit rund 680 Mitarbeitern spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Hightechprodukten wie Smartphones und Solarzellen.

Von Christian Wölbert

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