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Wirtschaft Frankfurt hofft auf Zuschlag für Bankenaufsicht EBA
Nachrichten Wirtschaft Frankfurt hofft auf Zuschlag für Bankenaufsicht EBA
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09:39 29.07.2017
Deutschlands Bankenzentrum: Frankfurt an Main. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Hessen wirbt unter anderem mit der guten Infrastruktur, der Nähe zur Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bedeutung der Mainmetropole als Finanzzentrum. Doch die Konkurrenz um die EU-Behörde, die nach dem Brexit London verlassen wird, ist groß. Auch Luxemburg, Dublin, Wien, Prag und Warschau haben bereits öffentlich ihr Interesse angemeldet.

In Frankfurt gibt man sich dennoch selbstbewusst. „Die Region Frankfurt liegt in der geografischen Mitte Europas und ist aufgrund der modernen Luftverkehrs-, Schienen- und Straßenwege der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Kontinents“, argumentiert das hessische Finanzministerium. Zudem haben bereits die EZB und die Versicherungsaufsicht EIOPA ihren Sitz in der Mainmetropole. „Dies dürfte die Effizienz der Aufsicht erhöhen und auch in einem etwaigen Krisenfall die schnelle Handlungsfähigkeit erleichtern“.

Diejenigen Städte, die sich in dem Standortwettbewerb durchsetzen, dürfen auf Zusatzeinnahmen hoffen. Die EBA mit ihren etwa 190 Mitarbeitern und die EU-Arzneimittelagentur EMA, um die Bonn buhlt, richten jährlich zahlreiche Konferenzen und Veranstaltungen mit Experten aus aller Welt aus. Zuletzt sorgte die EBA in London für fast 9000 zusätzliche Übernachtungen in London - für Frankfurt verkraftbar angesichts von rund 8,68 Millionen Übernachtungen im Jahr 2015.

Welche Stadt den Zuschlag erhält, soll im November per Abstimmung im EU-Ministerrat entschieden werden. Die Erfolgsaussichten für Frankfurt sind deswegen unklar, auch weil ein Land nicht beide Agenturen bekommen soll.

Mehrere Auslandsbanken haben sich wegen des britischen EU-Austritt dagegen bereits für die Mainmetropole als Standort entschieden, etwa die vier japanischen Häuser Daiwa Securities, Nomura, Sumitomo Mitsui und Mizuho Securities. Die britische Großbank Standard Chartered stellte ebenfalls die Weichen zur Stärkung ihres Frankfurter Standorts. Die US-Bank Citigroup will Berichten zufolge ihr Wertpapier-Handelsgeschäft innerhalb der EU von Frankfurt aus betreiben. Der Verband der Auslandsbanken in Deutschland geht davon aus, dass wegen des Brexits in den nächsten zwei Jahren 3000 bis 5000 neue Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen werden.

Bislang betreibt ein großer Teil der internationalen Banken ihr EU-Geschäft von London aus. Dieses Tor wird jedoch beim Austritt Großbritanniens aus der Gemeinschaft voraussichtlich geschlossen.

Von Friederika Marx