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Wirtschaft Ford mit massiven Problemen in Europa
Nachrichten Wirtschaft Ford mit massiven Problemen in Europa
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21:10 03.09.2018
Im Kölner Werk baut Ford den Kleinwagen Fiesta. Quelle: Foto: O. Berg/dpa
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Dearborn/Saarlouis

Ford plant in seinem Europageschäft offenbar drastische Einschnitte. Dabei seien die Auswirkungen auf die beiden deutschen Standorte in Köln und Saarlouis noch nicht absehbar, sagte eine Unternehmenssprecherin. Ford beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter in Deutschland, davon 18.600 am Standort Köln, wo neben der Deutschland- auch die Europazentrale des amerikanischen Konzerns angesiedelt ist.

Einen Bericht der „Sunday Times“, nach dem in Europa bis zu 24.000 Jobs auf der Kippe stehen sollen, bezeichnete das Unternehmen als „Spekulation“. Das deutsche Geschäft stehe bei Ford derzeit auf „gesunden Füßen“, so die Sprecherin. „Deutschland ist profitabel unterwegs.“ Allerdings werde die Situation in einem globalen Konzern „nie so marktspezifisch“ betrachtet.

Konzernchef Jim Hackett hatte mit der Halbjahresbilanz eine Warnung gesandt: „Wir sind extrem unzufrieden mit unserer Leistung in Europa und China“, sagte er. Vor Finanzanalysten räumte er ein: „Mit derartigen Resultaten hatten wir nicht geplant.“ Die Ursache der Probleme habe man erkannt und werde sie angehen. Hackett hat den Posten erst im vergangenen Jahr übernommen, steht aber bereits unter enormem Druck.

Minus für das europäische Gesamtjahr

In den drei Monaten bis Ende Juni hatte sich das operative Ergebnis im Jahresvergleich um 195 Millionen Dollar verschlechtert, letztlich fiel ein Quartalsverlust von 73 Millionen Dollar an. Auch für das Gesamtjahr erwartet Ford in Europa nun ein Minus.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet damit, dass Ford sein Europa-Geschäft ähnlich radikal umstrukturiert wie Opel. „Ford steht mit dem Rücken zur Wand, die haben im zweiten Quartal in Europa pro verkauftem Wagen 165 Euro verloren“, sagt der Duisburger Wirtschaftsprofessor der „Rheinischen Post“. Er hält eine Kooperation beispielsweise mit Fiat-Chrysler oder mit Renault-Dacia für denkbar, „um gemeinsam auf höhere Stückzahlen zu kommen“. Er sieht vor allem das Entwicklungszentrum in Köln gefährdet.

Von Christian Schulz/RND

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