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Wirtschaft Britischer Investor will bei Flughafen Hannover einsteigen
Nachrichten Wirtschaft Britischer Investor will bei Flughafen Hannover einsteigen
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06:00 26.07.2018
Fraport will sich von seinem Anteil am Flughafen Hannover trennen. Quelle: eidrich
Hannover

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will sich von seinem Anteil am Airport Hannover-Langenhagen trennen. Als Favorit für die Übernahme des 30-Prozent-Paketes gilt nach HAZ-Informationen der britische Finanzinvestor Icon Infrastructure. Die Verhandlungen seien bereits weit fortgeschritten, verlautete am Mittwoch aus Unternehmenskreisen. Der Preis werde voraussichtlich im Bereich von 100 Millionen Euro liegen, hieß es.

Fraport ist 1998 mit 20 Prozent beim Flughafen Langenhagen eingestiegen und hat drei Jahre später den 10-prozentigen Anteil der Norddeutschen Landesbank übernommen – das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover halten jeweils 35 Prozent. Damals gab es Pläne für eine nationale Betreibergesellschaft für mehrere deutsche Flughäfen, aus denen jedoch nichts wurde.

Bei Fraport setzt man seither auf internationales Wachstum. Der Flughafen Frankfurt steht noch für zwei Drittel des Geschäfts, inzwischen ist der Betreiber aber an 29 Airports im Ausland aktiv – zuletzt sind 14 Flughäfen in Griechenland und zwei Standorte in Brasilien dazugekommen. Diese Expansion kostet Geld, die Verschuldung des Konzerns ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Deshalb wolle Fraport die Beteiligung in Hannover jetzt zu Geld machen, hieß es am Mittwoch.

Man unterziehe alle Vermögensanlagen und Beteiligungen einer regelmäßigen Bewertung, erklärte der Frankfurter Konzern: „Dies gilt auch für unsere Beteiligung am Flughafen Hannover, für die wir Hinweise auf Marktinteresse erhalten haben.“ Zu Details könne das Unternehmen keine Stellung nehmen, sagte ein Fraport-Sprecher.

Icon Infrastructure bezeichnet sich als „unabhängige Investmentgruppe“, die bei Anlegern bisher 2,5 Milliarden Euro eingesammelt und dafür Beteiligungen an 17 Unternehmen aus den Bereichen Energie, Häfen und Bahnen gekauft hat – der Einstieg beim Airport Hannover wäre für den Pensionsfonds mit Sitz auf der Kanalinsel Guernsey das erste Investment in Deutschland. Zu seinen Plänen wollte sich das Unternehmen auf Anfrage nicht äußern.

Der Flughafen in Langenhagen hat die Zahl der Passagiere im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf 5,9 Millionen gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 4 Prozent auf 154 Millionen Euro, der Überschuss schrumpfte wegen höherer Steuerlasten um 12 Prozent auf 3,9 Millionen Euro. Bei Fraport steht die hannoversche Beteiligung mit einem Wert von 24 Millionen Euro in den Büchern – bei einem Verkaufspreis von 100 Millionen Euro bliebe auch unter Berücksichtung zwischenzeitlicher Abschreibungen ein erklecklicher Gewinn übrig, hieß es.

Die Aktionäre Land und Stadt könnten einen Einstieg des Investors verhindern, indem sie von ihrem Vorkaufsrecht für die Fraport-Anteile Gebrauch machen. Sobald in Frankfurt ein Angebot von Icon vorliegt, haben die öffentlichen Anteilseigner dem Vernehmen nach einen Monat Zeit, um ein entsprechendes Angebot abzugeben. Sollte sich Icon zurückziehen und ein neuer Interessent auftreten, würde das Verfahren von vorn beginnen.

Das niedersächsische Finanzministerium hält sich in dieser Frage bedeckt: Noch seien „dem Land keine Sachverhalte bekannt, die eine Entscheidung erforderlich machen, ob von dem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen ist“, sagte eine Behördensprecherin. „Fraport steht es frei, mit jedem Interessenten zu verhandeln.“

Von Seiten der Stadt Hannover hieß es, dass eine Zusammenarbeit mit Fraport „auch weiterhin gut vorstellbar“ sei. Die bisherige Gesellschafterstruktur habe sich bewährt, erklärte ein Sprecher. Man wisse aber vom „Marktinteresse an einem Anteilserwerb“. Die Landeshauptstadt werde sich dazu aber erst verbindlich positionieren, „wenn die konkreten Rahmenbedingungen eines privaten Kaufangebots bekannt sind“.

Von Jens Heitmann

Noch immer klappt es nicht mit der Pünktlichkeit bei der Bahn. So langsam müssen die Verantwortlichen liefern, meint unser Kommentator.

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