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Finanzen Raus aus der Verschuldung - Tipps für den Schuldenabbau
Nachrichten Wirtschaft Finanzen Raus aus der Verschuldung - Tipps für den Schuldenabbau
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16:17 11.10.2017
Quelle: @ ginasanders - depositphotos.com

Überschuldung – Jugendliche sind immer häufiger betroffen

Jedes Jahr aufs Neue geraten zehntausende Verbraucher in die Überschuldung. Grund dafür sind Arbeitslosigkeit oder private Schicksalsschläge, aber auch die modernen Möglichkeiten von Krediten und vielen undurchsichtigen Verträgen führen nicht selten dazu, dass schon junge Menschen sich in Windeseile überschulden. Ein Klassiker ist der Handyvertrag. Der unüberlegte und ständige Einsatz sorgt für teils erhebliche Telefongebühren im Mobilfunkbereich, hinzu kommen die für Jugendlichen meist reizvollen Zusatzangebote in Form von kostenpflichtigen Klingeltönen, Apps und Co.

Letztendlich spielt es keine Rolle, ob es sich um enorme Beträge oder kleine Summen handelt – Schulden sollten grundsätzlich niemals einfach ignoriert werden. Wer dennoch den Kopf in den Sand steckt oder sich nicht dazu in der Lage sieht, die finanziellen Probleme zu lösen, gerät immer weiter in die Schuldenspirale. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten und Maßnahmen, um die eigene Verschuldung aktiv anzugehen und langfristig abzubauen.

Tipps für den Schuldenabbau

Schuldenberater aufsuchen

Der erste Schritt mag schwer sein, jedoch ist der Gang zum Schuldnerberater in jedem Fall sinnvoll und zu empfehlen. Der Profi kann die angehäuften Schulden objektiv betrachten, verschafft sich einen Überblick und gibt dem Verschuldeten die Möglichkeit, erste Schritte gegen die Verschuldung zu unternehmen. Schuldnerberatungsstellen gibt es in ganz Deutschland, sie beraten Menschen mit finanziellen Problemen kostenlos und sind mit den Nöten, die für die missliche Lage verantwortlich sind, bestens vertraut. Damit der Termin beim Schuldnerberater effektiv genutzt werden kann, sollten alle relevanten Unterlagen schon vor dem Gespräch zusammengestellt werden.

Geld einsparen und Lebensstil anpassen

Türmen sich Schulden auf, so ist daran nicht selten der ausschweifende Lebensstil verantwortlich. Manch eine völlig unnötige Ausgabe ist dabei so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie gar nicht mehr als solche realisiert wird. Ein klassisches Beispiel dafür ist sicherlich der Zigarettenkonsum. Ein oder mehr Päckchen am Tag sind am Ende des Monats deutlich spürbar. Wer sich hier einschränkt, spart bares Geld. Wer sich nicht auf diesen Verzicht einlassen will, kann auch an anderen Stellen sparen. Alternativen sind beispielsweise Lieferservices und Imbisse, bei denen regelmäßig bestellt wird. Wird stattdessen selbst gekocht, kommen im Jahr sicherlich ein paar hundert Euro zusammen. Ähnlich sieht es auch beim beliebten Coffee-to-Go aus. Diese und viele weitere Ausgaben entstehen vor allem aus Bequemlichkeit, sie sind also alles andere als zwangsläufig notwendig.

Neue Einnahmequellen erschließen

Ist der eigene Lebensstil bereits sparsam, doch das Geld reicht einfach nicht? Zur Abzahlung von Schulden ist es in dem Fall empfehlenswert, weitere Einkommensmöglichkeiten zu nutzen. Ein monatliches Zusatzeinkommen ist beispielsweise über eine Nebentätigkeit oder bezahlte Überstunden denkbar. Gemeinsam mit dem Schuldnerberater lässt sich hier ein passendes Konzept entwickeln.

Buch führen über Einnahmen und Ausgaben

Das sogenannte Haushaltsbuch ist ein altbekanntes Mittel, um die heimischen Finanzen stets im Blick zu haben. Sämtliche Kosten des täglichen Lebens werden eingetragen, angefangen beim Wocheneinkauf über Versicherungen bis hin zu Miete und Freizeitaktivitäten. Genauso verhält es sich mit den Einnahmen. Darauf basierend kann auch ein Wochen- oder Tagesbudget festgelegt werden, welches im Idealfall nicht überschritten wird. Die passenden Notizbücher mit vorgefertigten Tabellen gibt es übrigens direkt beim Schuldnerberater und in Verbraucherzentralen.

Mit Gläubigern reden

Schulden bei Kreditinstituten oder sonstigen Institutionen und Dienstleistern sollten auch dann nicht ignoriert werden, wenn das nötige Geld nicht vorliegt. Sinnvoller ist es stattdessen, auf die Gläubiger zuzugehen. Die Gesprächsbereitschaft zeigt, dass der Verschuldete sich um eine Lösung bemüht. Gerade bei unverschuldeten schwierigen Lebenssituationen lassen sich oftmals Alternativlösungen aushandeln, zum Beispiel ein Zahlungsaufschub oder eine Ratenzahlung mit kleineren Beiträgen.

Keine neuen Kredite aufnehmen

Es ist verlockend, einen überfälligen Kredit einfach mit einem neuen Kredit zu tilgen – so wird das aktuelle Problem aus der Welt geschafft, dafür wird aber auch der direkte Weg für ein neues und oftmals noch größeres geebnet. Sofern keine wirklich wichtigen Gründe vorliegen, sollte die Möglichkeit einer Fremdfinanzierung besser nicht in Erwägung gezogen werden, vor allem dann nicht, wenn sie in der Vergangenheit bereits zu Problemen geführt hat. Ist die Inanspruchnahme eines Kredits unverzichtbar, so ist die gemeinsame Absprache mit der Verbraucherverwaltung empfehlenswert. Grundsätzlich ist in diesem Zusammenhang auch eine Beratung hinsichtlich des richtigen Umgangs mit Geld sinnvoll und kann gerade bei großen Anschaffungen eine große Hilfe sein.