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16:28 19.01.2018
Der Oberbürgermeister von Emden, Bernd Bornemann, zeigt am Rande der Hauptversammlung von ThyssenKrupp in Bochum seine Stimmkarte.  Quelle: dpa
Bochum/Emden

Der Industriekonzern ThyssenKrupp hält trotz Widerstands in der Region daran fest, seinen Standort im ostfriesischen Emden zu schließen. Die Geschäftsführung habe sich aber mit Betriebsrat und IG Metall darauf verständigt, den Arbeitnehmervertretern bis zum 31. Januar Zeit zu geben, ein Alternativkonzept vorzustellen, sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp am Freitag am Rande der Hauptversammlung in Bochum. Zuvor hatte sich Emdens Oberbürgermeister Bernd Bornemann (SPD) auf der Hauptversammlung für den Erhalt des Standorts von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) eingesetzt. 

Der Konzern hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, die rund 220 Emder Arbeitsplätze an die drei Hauptstandorte Kiel, Hamburg und Bremen zu verlagern. Nach dem Verkauf der Emder Nordseewerke ist nur noch die TKMS-Konstruktionsabteilung an dem ehemaligen Werftstandort von ThyssenKrupp in der Hafenstadt. 

Der Emder Stadtchef hatte sich das Stimmrecht für 27 000 Aktien übertragen lassen, um auf der Hauptversammlung am Freitag sprechen zu können. TKMS sei die „letzte verbliebene Schiffbauaktivität von ThyssenKrupp am Standort Emden“, sagte er zu den Aktionären. Er könne den systematischen Arbeitsplatzabbau ohne klare inhaltliche Begründung nicht nachvollziehen - denn die Auftragslage sei gut, zuletzt seien Aufträge für fünf Korvetten für die Bundesmarine hereingeholt worden.

Bornemann rief die Aktionäre auf: „Hören Sie mit dem beispiellosen Arbeitsplatzabbau am Standort Emden auf.“ Er erinnerte an den Verkauf der einstigen ThyssenKrupp-Tochter Nordseewerke und die Insolvenz des Nachfolgers, des Windenergie-Zulieferers Siag Nordseewerke, die 700 Fertigungsmitarbeiter die Stellen gekostet habe. Viele Stimmrechte, die  Bornemann ausübte, stammten von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern. 

Der ThyssenKrupp-Sprecher betonte, TKMS stehe in einem immer stärker werdenden globalen Wettbewerb: „Dem müssen wir uns stellen.“ Es bleibe aber das Ziel, zu einer für alle Seiten tragfähigen und fairen Lösung zu kommen. 

Von Thomas Strünkelnberg

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