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Wirtschaft Ehemalige Nordseewerke zum dritten Mal insolvent
Nachrichten Wirtschaft Ehemalige Nordseewerke zum dritten Mal insolvent
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17:26 23.08.2018
Zum dritten Mal insolvent: Die Emder Nordseewerke. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Emden

Zum dritten Mal sind die ehemaligen Nordseewerke im ostfriesischen Emden in die Pleite gerutscht. Das Unternehmen Nordseewerke Emden Shipyard (NES) habe am Mittwoch Insolvenzantrag in Eigenregie beantragt, bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts Aurich. Das Unternehmen zählt rund 80 Mitarbeiter. Zuletzt produzierte das Überbleibsel der einstmals mehrere tausend Menschen beschäftigenden Schiffswerft in Emden Segmente für Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Meyer Werft. Die diversen Rettungsversuche haben Niedersachsens Landeskasse viele Millionen Euro gekostet.

Über den Insolvenzantrag hatten zuerst die „Emder Zeitung“ und die „Ostfriesen-Zeitung“ berichtet. Die Vorgängerunternehmen hatten sich bereits 2012 und 2015 für zahlungsunfähig erklärt. Die 2015 gegründete NES fertigte zunächst große Teile für die Stahlkomponenten von Offshore-Windkraftanlagen. Später kamen dann Aufträge der Meyer-Werft hinzu. Diese will jetzt jedoch eine Ende August auslaufende Vereinbarung nicht mehr verlängern, sodass es für NES keine Aufträge mehr gibt. Ein Sprecher der Meyer-Werft begründete dies mit „erheblichen Problemen“ in der Zusammenarbeit. Vor allem an der Termintreue der Lieferungen habe es sehr gehapert. NES habe sich auch „wenig entgegenkommend“ gezeigt, die Mängel abzustellen.

Der Niedergang der Nordseewerke hatte bereits vor Jahrzehnten begonnen. Die 1903 gegründete Werft gehörte bis 2010 zu Thyssenkrupp, dann wurde sie von der Schaaf Industrie AG (Siag) übernommen. Nach der ersten Insolvenz 2012 stieg die DSD Steel 2013 ein, die allerdings von den damals mehr als 700 Mitarbeiter nur rund 240 übernahm. 2015 folgte die nächste Insolvenz. Das Nachfolgeunternehmen übernahm nur noch ein paar Dutzend Mitarbeiter.

Auch die Unterstützung durch das Land Niedersachsen konnte die Nordseewerke letztlich nicht retten. Schon der damalige Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte im Jahr 2009 dem Unternehmen mittels einer Landesbürgschaft zu einem Kredit der Nord/LB verholfen, der die Landeskasse mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag belastet haben soll.

Am Donnerstagnachmittag unterrichtete Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann den Landtag über die Vorgänge in Emden. Das Wirtschaftsministerium sei schon seit Anfang Juni damit befasst, erklärte der Minister. Die Insolvenz sei nicht abwendbar gewesen. Althusmann sieht nach eigener Darstellung aber gute Chancen, dass der Betrieb bestehen bleibt und damit die Arbeitsplätze gesichert werden.

Für den einst bedeutenden Schiffbaustandort Emden markiert die Insolvenz ein weiteres Kapitel des Niedergangs. Erst vor einem Jahr hatte die Thyssenkrupp Marine Systems angekündigt, den verbliebenen Konstruktionsstandort in der Nordsee-Stadt mit mehr als 200 Mitarbeitern zu schließen. Das letzte Schiff in Emden wurde schon im Jahr 2009 vom Stapel gelassen..

Von Albrecht Scheuermann

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