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Insolvenz

Sämtliche Hertie-Warenhäuser werden geschlossen

Die Hertie-Warenhäuser werden geschlossen. Das beschloss die Gläubigerversammlung auf Vorschlag des Insolvenzverwalters, wie das Unternehmen am Mittwoch in Essen mitteilte. Unter anderem betreibt Hertie eine Filiale im Leine-Center in Laatzen bei Hannover.
© Philipp Guelland/ddp

Das Aus der traditionsreichen Warenhauskette Hertie ist besiegelt. Eine Gläubigerversammlung des insolventen Unternehmens beschloss am Mittwoch in Essen, sämtliche 54 Warenhäuser und die Zentrale zu schließen. Die Zukunft von 2600 Mitarbeitern ist unklar.

Hintergrund für das Aus sind laut Hertie die gescheiterten Verhandlungen zwischen einer interessierten Investorengruppe und dem britischen Besitzer der Hertie-Immobilien über die Mietkonditionen. Die britische Immobiliengruppe Dawnay Day sei nicht bereit, Mietverträge zu "marktüblichen Konditionen und mit ausreichenden Laufzeiten abzuschließen." Die Investoren stünden zwar weiter "Gewehr bei Fuß", sähen derzeit aber keine Chance, zum Ziel zu gelangen.

Insolvenzverwalter Biner Bähr nannte es "bedrückend", dass der Erhalt der Warenhäuser und der 2600 Arbeitsplätze an der "wirtschaftlich nicht nachzuvollziehenden Weigerung" von Dawnay Day scheitere, sich auf vernünftige Mietkonditionen zu einigen.

Die Investorengruppe bestand nach Hertie-Angaben aus erfahrenen Handelsexperten, die alle Warenhäuser fortführen und nahezu sämtliche 2600 Arbeitsplätze erhalten wollten. Mit dem Insolvenzverwalter hatten sie sich demnach bereits Mitte April auf die Eckdaten zur Übernahme von Hertie geeinigt.

Mit dem Gesamtbetriebsrat sollen nun umgehend Verhandlungen aufgenommen werden. Gesamtbetriebsrats-Chef Bernd Horn dankte dem Insolvenzverwalter Bähr dafür, dass er "lange und unnachgiebig" für die Mitarbeiter und das Unternehmen gekämpft habe. Vor der Schließung der Warenhäuser sollen in allen Filialen Schlussverkäufe stattfinden, die voraussichtlich zwei Monate dauern werden.

Hertie war 1993 von Karstadt übernommen und 2005 an Dawnay Day verkauft worden. Die Kaufhauskette hatte Ende Juli vergangenen Jahres Insolvenz beantragt. Als Insolvenzverwalter hatte Bähr untersucht, wie rentabel die einzelnen Standorte sind. Daraufhin waren 19 der ehedem 73 Filialen geschlossen worden.

afp


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