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Nach Panne

Einkauf mit ec-Karten wieder möglich

Nach den Zahlungsschwierigkeiten bei Millionen von ec- und Kreditkarten sollen die Verbraucher nun wieder problemlos einkaufen können. Die defekten Karten funktionierten nicht nur an den Geldautomaten, sondern auch wieder beim Bezahlen in Geschäften, teilten Banken- und Einzelhandelsverbände am Freitag mit.
Banken und Handel geben nach Kartenpanne Entwarnung.

Banken und Handel geben nach Kartenpanne Entwarnung.

© AP

Nur in Einzelfällen könne es am Wochenende noch zu Störungen kommen, weil Händler die Lesegeräte erst dann aktualisieren lassen wollten. Kreditkarten könnten aber weiter Probleme bereiten. Auch werden im Ausland ec- und Kreditkarten noch häufig abgelehnt. Banken und Sparkassen wollen Kunden die Kosten erstatten, die dadurch entstanden, dass am Automaten kein Geld erhältlich war.

Eine fehlerhafte Chipsoftware hatte nach dem Jahreswechsel zu abgebrochenen Plastikgeldzahlungen geführt. Die Jahreszahl 2010 konnte nicht richtig verarbeitet werden. Mit einer Notlösung behalfen sich in den vergangenen Tagen Banken bei den Geldautomaten und Zahlungsdienstleister bei den Bezahlterminals in Deutschland: In beiden Fällen hilft per Fernübertragung aufgespielte Software, den goldenen Chip auf den Karten zu umgehen und stattdessen die Magnetstreifen auszulesen. Für Probleme an ausländischen Geldautomaten und Zahlterminals wird noch nach einer Lösung gesucht. Langfristig muss jedoch die Software auf den Chips umprogrammiert werden. Die meisten Geldinstitute nehmen an, dass dazu kein Austausch der defekten Karten nötig ist.

Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten nach Neujahr. Er versprach, dass Kunden die Zusatzkosten für die Beschaffung von Bargeld ersetzt würden. „Wir halten das für eine Selbstverständlichkeit“, betonte auch der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken. Die Sparkasse Hannover und die Hannoversche Volksbank sagten ebenfalls eine Kostenerstattung zu. „Wenn es Probleme gab, werden wir kulant reagieren“, sagte eine Sprecherin der Sparkasse. Kunden, die beispielsweise Entgelte anderer Geldinstitute oder andere durch das Problem entstandene Kosten erstattet bekommen wollten, müssten allerdings auf das Institut zukommen. Bei Sparkasse und Volksbank in Hannover hätten sich bisher nur wenige Kunden gemeldet, die Probleme mit ihren Karten hatten, hieß es.

Auch Commerzbank und Postbank versprachen Kulanzlösungen. Die Postbank trägt etwa die Kosten, wenn sich Urlauber über den Dienstleister Western Union Bargeld überweisen lassen, weil sie keinen Zugang zum Bankautomaten haben. Die Hannoversche Volksbank rät Kunden, die ins Ausland reisen wollen, vorher in einer Filiale ihre ec-Karte überprüfen zu lassen. Der Löwenanteil der rund 30 Millionen fehlerhaften Karten entfällt auf Sparkassenkunden. 4 Millionen gehören Kunden von Genossenschaftsbanken. Bei Privatbanken wie Commerzbank, SEB und Postbank sind es 2,5 Millionen. Die Deutsche Bank und ING-DiBa betonten, dass ihre Kunden von dem „Jahr 2010“-Problem nicht betroffen seien.

von Martin Dowideit
 und Dirk Stelzl


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