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Studie

Deutsche gehen immer später in Rente

Die Menschen in Deutschland gehen immer später in Rente. Nach einer Studie im Auftrag der Bundesregierung beginnen die Deutschen ihren Ruhestand im Schnitt mit 63 Jahren. Immer mehr ältere Menschen nutzen zugleich ihre Zeit, um sich sozial zu engagieren.
Zwischen 2002 und 2008 ist das faktische Renteneintrittsalter von 62 auf 63 Jahre gestiegen.

Zwischen 2002 und 2008 ist das faktische Renteneintrittsalter von 62 auf 63 Jahre gestiegen.

© dpa

Die Deutschen gehen immer später in Rente: Nach einer Studie im Auftrag der Regierung ist das Renteneinstiegsalter in den vergangenen Jahren um zwölf Monate gestiegen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe) berichtet. Inzwischen beginne der Ruhestand im Schnitt mit 63 Jahren. Immer mehr ältere Menschen wollten zudem ihre Zeit nutzen, um sich sozial zu engagieren.

Während die Politik weiter über die Rente mit 67 streitet, verändert sich der Studie zufolge in Deutschland die Arbeitswelt für die über 60-Jährigen immer stärker. Das Berufsleben von immer mehr älteren Menschen verlängere sich, zwischen 2002 und 2008 sei das faktische Renteneintrittsalter von 62 auf 63 Jahre gestiegen. Passend dazu nahm im selben Zeitraum die Zahl derer deutlich zu, die auch nach ihrem 60. Geburtstag einer Arbeit nachgehen. Ihr Anteil stieg auf heute 33 Prozent.

Die Bürger arbeiten nicht nur länger, immer mehr Menschen nutzen derzeit auch die Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand. Im Jahr 2008 bemühte sich bereits jeder Zehnte im Alter zwischen 55 und 59 Jahren und jeder Vierte zwischen 60 und 64 darum, von einer Vollzeitstelle in die Altersteilzeit zu wechseln. Deutliche Unterschiede bei der Berufsdauer gibt es weiterhin zwischen Männern und Frauen. Bei den Männern arbeiten knapp 40 Prozent über den 60. Geburtstag hinaus in einer festen Stelle, bei den Frauen sind es 32 Prozent in West- und 25 Prozent in Ostdeutschland.

Die Untersuchung wirft auch einen Blick auf Wünsche und Ziele der älteren Menschen. Dabei wird deutlich, dass fast ein Drittel aller Bürger im Alter zwischen 40 und 85 Jahren ein großes Bedürfnis haben, sich sozial zu engagieren - ohne dass sie bisher wissen, wie. Diesem Potenzial möchte sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) stärker zuwenden. Die Studie bestätige, dass immer mehr Menschen sich gerne „Zeit für Verantwortung nehmen“ möchten“, sagte Schröder: „Das ist ein Schatz, den wir heben wollen.“ So könnten die sogenannten jungen Alten eine wichtige Rolle bei der Betreuung alter und kranker Menschen spielen. „Ganz einfach etwa, indem sie ihnen jeden Tag die Zeitung vorlesen“, betonte Schröder. Sie verwies auch auf Tischler in Rente. Diese könnten etwa in der Grundschule mit den Kindern Vogelhäuser bauen: „Damit hätten wir zugleich mehr männliche Vorbilder in der Grundschule.“

apd


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