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Wirtschaft Deutsche sparen trotz niedriger Zinsen kräftig
Nachrichten Wirtschaft Deutsche sparen trotz niedriger Zinsen kräftig
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00:16 05.01.2018
Sparbuch, Tagesgeld und Co. werfen kaum noch etwas ab, gleichzeitig steigt die Inflation – das kostet Sparer unter dem Strich Milliarden. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

 Trotz niedriger Zinsen sparen die Deutschen weiterhin kräftig und steigern ihre privaten Geldvermögen. Wer allerdings keine Aktien hatte, musste 2017 wegen der Zinslage und vor allem wegen der Inflation Wertverluste hinnehmen. Das geht aus einer am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Studie der genossenschaftlichen DZ-Bank hervor. 

„Der Vermögenszuwachs 2017 wurde erneut vom Sparfleiß der Bürger und Kursgewinnen an den Aktienmärkten getragen“, sagte Studienautor Michael Stappel. „Die Verzinsung von Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen erreichte dagegen einen neuen Tiefpunkt.“ Die EZB müsse daher möglichst bald das Ende ihrer Niedrigzinspolitik einleiten, forderte der DZ-Ökonom.

Inflation frisst Zinsen

Der Studie zufolge sackte der Realzins im vergangenen Jahr stark in den Negativbereich ab, auf minus 0,8 Prozent. Die Ursachen dafür: Die Nominalzinsen auf Sparkonten, Anleihen und Versicherungen gingen leicht zurück, während die Inflation spürbar anstieg. Deshalb verloren die privaten Haushalte in Deutschland laut DZ-Bank insgesamt 38 Milliarden Euro.

In den Jahren vor 2017 waren die Zinsen zwar ebenfalls schon niedrig. Allerdings blieb in dieser Zeit auch die Inflation relativ schwach. Laut dem Statistischem Bundesamt legten die Verbraucherpreise 2016 nur um 0,5 Prozent zu. 2017 kletterten sie hingegen um 1,8 Prozent.

Glückliche Aktienbesitzer

Deutlich besser als Sparern mit Tages- oder Festgeldkonto erging es den Besitzern von Aktien, Fonds und Zertifikaten. Sie konnten insgesamt wegen deutlicher Kursgewinne rund 93 Milliarden Euro einstreichen. So legte zum Beispiel der DAX um 12,5 Prozent zu. „Private Haushalte sollten langfristig nicht nur in Spareinlagen und Anleihen investieren, sondern auch in Anlageformen, die von Kursgewinnen profitieren“, sagte DZ-Ökonom Stappel. 

Mehr auf die Seite gelegt

Unter dem Strich wuchs der DZ-Bank zufolge das private Geldvermögen der Deutschen 2017 um rund 300 Milliarden Euro (5,2 Prozent) auf 6,1 Billionen Euro und damit stärker als im Vorjahr. 

Dazu beigetragen hat auch die höhere Sparquote von 9,8 Prozent. Sie wuchs das vierte Jahr in Folge. Die Rekordsparquote von 10,5 Prozent des verfügbaren Einkommens aus dem Jahr 2008 wurde aber nicht erreicht. 

Die Sparquote umfasst nicht nur Geldeinlagen, sondern auch Investitionen in Sachvermögen wie Häuser, Grundstücke und Wohnungen. Immobilien spielten 2017 eine größere Rolle als im Vorjahr. Insgesamt legten die Haushalte 214 Milliarden Euro zur Seite. 

Für 2018 rechnet die DZ Bank bei einer etwas geringeren Preissteigerung weiterhin mit negativen Realzinsen. Die Geldvermögen der Deutschen sollen nominal um gut 4 Prozent auf 6,3 Billionen Euro ansteigen.

Von Christian Ebner und Christian Wölbert

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