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Wirtschaft Diesel-Fahrer steigen auf Benziner um
Nachrichten Wirtschaft Diesel-Fahrer steigen auf Benziner um
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14:49 29.11.2017
VW-Neuwagen stehen  in der Morgendämmerung an einem Volkswagen Autohaus in Hannover  Quelle: dpa
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Hannover

 Die Angst vor drohenden Fahrverboten für Diesel-Autos könnte die Verkaufszahlen bei Neuwagen in die Höhe treiben. Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) rechnet damit, dass in Deutschland 2018  mehr als 3,5 Millionen Autos verkauft werden. Für das laufende Jahr lautet die Prognose auf 3,45 Millionen Fahrzeuge - das wären 2,9 Prozent mehr als 2016. „Die Diskussion um Fahrverbote erweist sich völlig überraschend als Konjunkturprogramm für die Branche“, sagte IFA-Chef Willi Diez am Mittwoch. Viele Dieselfahrer dürften auf einen Benziner umsteigen.

Der Kauf eines Elektroautos kommt nach Einschätzung des Instituts  weiterhin nur für eine kleine Minderheit in Frage  – auch wenn diese allmählich größer wird: Das IFA rechnet für 2018 mit mehr als 100.000 neu verkauften Fahrzeugen mit Stromantrieb. In der Kalkulation sind sogenannte Plug-In-Hybride eingerechnet, also Modelle, die einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb kombinieren. Für das laufende Jahr erwartet das Institut 48.000 Verkäufe nach rund 25.000 Autos im Vorjahr.

Diesel-Besitzern drohen Fahrverbote

 In Hannover und in vielen anderen Städten werden aktuell die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide überschritten. Weil die Deutsche Umwelthilfe dagegen auf dem Klageweg vorgeht, drohen Diesel-Fahrverbote. Ob es dazu kommen kann, wird das Bundesverwaltungsgericht am 22. Februar in einem Grundsatzurteil entscheiden. 

„Viele Autofahrer sind verunsichert und wollen kein Risiko im Hinblick auf mögliche Fahrverbote eingehen und entscheiden sich daher jetzt dafür, das Fahrzeug zu wechseln“, sagte Diez. Das gelte auch für gewerbliche Kunden, die Autos kaufen. Außerdem zeigten die Umtauschprämien der Hersteller Wirkung. Je nach Modell bieten VW, BMW & Co. bis zu 10.000 Euro, wenn Kunden  ein älteres Diesel-Modell verschrotten und dafür einen Neuwagen kaufen.

Der Diesel-Anteil unter den Neuzulassungen fällt seit Bekanntwerden der VW-Abgasmanipulationen 2015 kontinuierlich.  Weil die Selbstzünder-Modelle weniger Sprit verbrauchen und weniger Kohlendioxid ausstoßen als Benziner, sind sie aus Sicht der Hersteller aber unverzichtbar, um die Grenzwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen einzuhalten. 

Diese Einschätzung teilt das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen nicht.  Trotz sinkender Diesel-Verkäufe sei der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid seit 2015 nicht gestiegen, heißt es in einer aktuellen Studie. Laut EU-Kommission dürfen Neuwagen im Schnitt nicht mehr als 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen  – dieser Grenzwert werde in Deutschland bereits unterschritten.  Verantworlich dafür sei der Anstieg „alternativer Antriebe“ von Elektro bis Gas,  sagte  CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer: „Die Autobauer haben also sehr wohl Ausgleichstrategien, die wirken.“

Von Jens Heitmann und Nico Esch

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