Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Dena-Studie fordert Umdenken bei der Energiewende
Nachrichten Wirtschaft Dena-Studie fordert Umdenken bei der Energiewende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 07.06.2018
Mit mehr Windkraftanlagen allein werden die Ziele der Energiewende nicht erreicht. Quelle: dpa-Zentralbild
Hannover

Mit dem Ausbau von Windparks und Solaranlagen allein wird die Energiewende nicht gelingen. Ohne eine Umstellung des Verkehrs auf umweltfreundliche Kraftstoffe und eine bessere Dämmung der Gebäude wird Deutschland die für das Jahr 2050 gesteckten Klimaschutzziele verfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena), die unter Beteiligung von 60 Partnern aus Unternehmen und Wirtschaftsverbänden entstanden ist. „Die Bundesregierung muss ihre klimapolitischen Ziele so schnell wie möglich konkretisieren“, sagte Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann am Montag.

Nach den bisherigen Vorgaben sollen die Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken. Schon dieser Zielkorridor sei jedoch zu vage, kritisieren die Autoren der Studie. Abhängig vom zu erreichenden Ziel ergäben sich bereits mit Blick auf das nächste Jahrzehnt unterschiedliche Weichenstellungen, hieß es. Deshalb müsse die Bundesregierung hier schnell Klarheit schaffen: „Anderenfalls drohen Fehlinvestitionen und falsche Politikkonzepte“, sagte Kuhlmann dem „Handelsblatt“.

Bei einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent pro Jahr rechnen die Studienautoren bis 2050 mit einer deutlichen Verringerung des Energieverbrauchs im Vergleich zu 2015: Im Gebäudesektor könnte er sich um bis zu 64 Prozent reduzieren, im Verkehr sei ein Minus von 52 Prozent wahrscheinlich, die Industrie könne bis zu 18 Prozent einsparen – das Wachstum der Wirtschaft mindere aus der Perspektive des Klimaschutzes die Fortschritte bei der Energieeffizienz. Die Einsparungen allein reichen jedoch nicht aus, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, hieß es.

Nach Einschätzung der Dena muss deshalb der Ausbau der Windenergie und der Photovoltaik schneller vorangehen als bisher geplant. Allein für diese beiden Technologien sei unter dem Strich ein jährlicher Zubau 6 bis 7,6 Gigawatt erforderlich – gesetzlich vorgesehen ist bisher ein Ausbau von jährlich 5,4 Gigawatt brutto – also ohne Berücksichtigung des Abbaus alter Anlagen. Die Autoren sehen es als Herausforderung, an Land noch genügend freie Flächen für neue Windkraftanlagen zu finden, umso wichtiger könnte ab 2030 der Ausbau der Windenergie auf See werden, hieß es.

Da nach Dena-Berechnungen weder eine gesteigerte Energieeffizienz noch eine höhere Produktion von Ökostrom ausreicht, um den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen im nötigen Maße zu verringern, plädieren die Autoren für eine stärkere Nutzung synthetischer Kraft- und Brennstoffe, die mittels erneuerbarer Energien produziert werden: „Wasserstoff und die auf ihm aufbauenden Energieträger wie Methan und synthetische Öle machen es möglich, erneuerbaren Strom zu speichern und international zu handeln.“

Deutschland könne seinen Bedarf hier zum großen Teil über Importe decken – etwa aus Nordafrika, weil dort die Produktionskosten günstiger und die Flächenpotenziale größer seien, heißt es. Um die Entwicklung des Marktes anzustoßen, sollten im Land bis 2030 Kapazitäten für die Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff im Umfang von 15 Gigawatt aufgebaut werden – das entspricht etwa 15 großen Kohlekraftwerken.

Von Jens Heitmann

Nun ging alles ganz schnell: Am 7. Juni, nur wenige Tage nachdem die US-Behörden zustimmten, soll die Monsanto-Übernahme durch Bayer perfekt sein. Der Deal kostet Bayer am Ende etwas mehr als ursprünglich erwartet.

04.06.2018

Jüngere Zielgruppe, mehr Konferenzen, weniger Freikarten, Juni statt März: das neue Messekonzept der Cebit unter der Lupe.

08.06.2018
Wirtschaft Ausbau der Elektromobilität - VW plant drei neue Werke in China

Der Automobilriese Volkswagen will in Sachen Elektromobilität in die Offensive gehen. Für die Weiterentwicklung der Technologie und die Beschleunigung der Produktion sollen deshalb drei neue Werke in China entstehen.

02.06.2018