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Nachrichten Wirtschaft DIHK-Präsident sorgt sich um deutschen Mittelstand
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18:46 13.04.2018
Laut DIHK-Umfrage sind besonders mittelständische Unternehmen vom weltweiten Handelsstreit bedroht. Quelle: ChinaTopix/AP
Berlin

Der wirtschaftliche Konflikt zwischen den USA und China hat nun auch Deutschland erreicht. Vor allem mittelständische Unternehmen sehen sich laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) immer mehr Handelshemmnissen ausgesetzt. Konkret bereiten verstärkte Sicherheitsanforderungen, lokale Zertifizierungsanforderungen und höhere Zölle die größten Probleme.

Die Regionen, in denen die meisten Handelshemmnisse festgestellt wurden sind Russland, Nahost und Nordafrika, sowie China und die Türkei.

Umfrageergebnisse sind Warnsignal

„Für uns ist es eine neue Dimension eines leider langfristig zu beobachtenden Trends“, sagte Eric Schweitzer, DIHK-Präsident am Freitag bei einem Pressegespräch. 40 Prozent der international aufgestellten deutschen Unternehmen hätten in den vergangenen zwölf Monaten mehr der besagten Handelshemmnissen registriert.

Dabei sei der Streit zwischen den USA und China der neue Höhepunkt dieser Entwicklung.

An einer groß angelegten Umfrage des DIHK mit dem Titel „Going International“ haben sich über 2100 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt. Sie wurden zu ihrer globalen Geschäftsperspektive befragt. Die Ergebnisse seien teilweise ein „deutliches Warnsignal“, so Schweitzer.

Zwar gebe es nach wie vor globales Wachstum, aber die weltweite Verunsicherung sorge für ein unterdurchschnittliches Expansionstempo.

Mittelstand ist bedroht

Die deutsche Wirtschaft sei durch ihren starken Mittelstand besonders von den Entwicklungen betroffen. Familiengeführte Unternehmen seien eine tragende Säule des außenwirtschaftlichen Erfolges Deutschlands und profitierten vom regelbasierten internationalen Handel. „Daher bereitet es mir große Sorgen, dass dieses Regelsystem der Welthandelsorganisation zunehmend ins Rutschen kommt“, sagt Schweitzer.

Laut DIHK sind die USA nach wie vor der größte Exportpartner Deutschlands. Donald Trump gefährde nun aber eine überaus erfolgreiche Entwicklung, die für Deutschland, wie auch für die USA über Jahrzehnte unter großen Mühen erreicht worden sei.

„Noch haben wir keinen schlimmen Handelskrieg, aber die Ankündigungen des US-Präsidenten sollten für Deutschland und die EU ein Weckruf sein, wieder besser zusammenzuarbeiten“, sagt Schweitzer. Der DIHK-Präsident spielt dabei besonders auf die kürzlich eingeführten Strafzölle auf bestimmte Rohstoffe aus China an, die Trump in den USA eingesetzt hat, sowie Chinas Reaktion darauf.

25 Prozent der Unternehmen erwarten bessere Entwicklung

Die DIHK-Umfrage brachte jedoch auch positive Entwicklungen ans Licht: Die globale Geschäftsperspektive deutscher Unternehmen ist so optimistisch wie seit vier Jahren nicht mehr. Rund ein Viertel aller befragten Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine bessere Entwicklung ihrer Geschäfte.

Dagegen befürchten nur rund zehn Prozent eine Verschlechterung. Der wesentliche Antreiber für die deutschen Exporte sei die Eurozone. Dort glauben etwa ein Drittel der deutschen Unternehmen an erfolgreiche Geschäfte und nur vier Prozent sind pessimistisch.

Von Jonas Nayda/RND

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