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Wirtschaft Powertrain soll saniert an die Börse
Nachrichten Wirtschaft Powertrain soll saniert an die Börse
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15:23 12.10.2018
Conti-Chef Elmar Degenhart hält an den Plänen für einen Börsengang der Sparte Powertrain fest. Quelle: dpa
Hannover

Trotz zuletzt enttäuschender Zahlen hält Continental daran fest, die Antriebssparte Powertrain an die Börse zu bringen. Ziel sei es, die Division bis Anfang 2019 rechtlich und organisatorisch zu verselbstständigen, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Parallel dazu werde man mit den Vorbereitungen für den Börsengang beginnen, der ab Mitte nächsten Jahres über die Bühne gehen könne. In einem ersten Schritt will sich Conti von 25 Prozent der Powertrain-Anteile trennen.

Bei der Neuordnung des Konzerns fungiert die Sparte als eine Art Speerspitze: Neben den deutlich größeren Bereichen Automotive und Rubber soll Powertrain unter dem Dach einer Holding ab 2020 als selbstständiger Bereich geführt werden – sollte der avisierte Börsengang erfolgreich verlaufen, könnte der Konzern auch daran gehen, Anteile am Reifengeschäft und der Kunststoffsparte Contitech an Investoren abzugeben.

Doch diese Pläne stehen auf wackeligem Grund, weil sich Powertrain schlechter entwickelt als erwartet. Nach HAZ-Informationen schwächeln drei der insgesamt fünf Geschäftsbereiche: Während die Abteilungen Sensoren und Transmission weiterhin sehr profitabel seien, sehe es bei den Abgassystemen, dem Motormanagement sowie bei den Bordnetz- und Batteriesystemen (HEV) deutlich schlechter aus, verlautet aus Konzernkreisen. In diesen drei Business-Units sollen nun externe Berater dabei helfen, „unsere Kostenstruktur, die Preispolitik oder die Marktstellung zu optimieren“, sagte Degenhart. Auch einzelne Manager wurden bereits ausgetauscht.

Offenbar geworden sind die Probleme bei Powertrain, als Continental seine Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr Ende August zum zweiten Mal nach unten korrigieren musste. Anschließend war der Vorstand mit den Führungskräften der kriselnden Business-Units hart ins Gericht gegangen. „Sie gestalten ihre Zukunft nicht, sondern überlassen den Wettbewerbern die Gestaltung ihrer Märkte“, hieß es in einem Schreiben an 400 Manager: „Sie bilden so kein Vertrauenskapital, sondern verbrauchen es – und das gerade rasend schnell.“

Inzwischen bemüht sich Degenhart um moderatere Töne. Powertrain habe zur Zeit seines Amtsantrittes 2009 „noch im großem Umfang Finanzmittel verbrannt“, sagte der Conti-Chef. Zwar könne die Sparte ihre operative Marge von 6,5 Prozent im vergangenen Jahr 2018 nicht halten. „Wir werden das aber nutzen, um Anlauf zu nehmen und verstärkt auf das geplante Renditeniveau von 8 Prozent (...) hinzuarbeiten.“ In einigen Bereichen müsse man dafür auch „Restrukturierungsmaßnahmen in Betracht ziehen“. Auch die Schließung von Standorten sei in der aktuellen Lage nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sagte Degenhart.

Von Jens Heitmann

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