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Wirtschaft Aktienkurs bricht dramatisch ein
Nachrichten Wirtschaft Aktienkurs bricht dramatisch ein
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15:44 09.10.2018
Saturn-Logos hängen vor dem Eingang zu einem Saturn-Markt. Quelle: dpa
Düsseldorf/Hannover

Nach der dritten Gewinnwarnung im laufenden Jahr ist die Aktie des Handelskonzerns Ceconomy am Dienstag abgestürzt: Zwischenzeitlich brach der Kurs um rund 22 Prozent ein und markierte mit 4,48 ein Rekordtief. Im Jahresverlauf hat die Aktie damit mehr als die Hälfte an Wert verloren. Als Grund für die abermals nach unten korrigierten Erwartungen nannte das Unternehmen die schleppenden Geschäfte bei den Elektronik-Ketten Media Markt und Saturn.

Wie die Muttergesellschaft mitteilte, ist der operative Gewinn (Ebit) im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 von 494 auf 400 Millionen Euro gesunken. Der Ertrag schrumpfte damit noch stärker als gedacht. Erst vor drei Wochen hatte Ceconomy-Chef Pieter Haas seine Prognose zurückgenommen, dabei aber noch ein Ebit zwischen 460 und 490 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Ceconomy ist vor gut einem Jahr aus der Aufspaltung des Metro-Konzerns als Beteiligungsgesellschaft für die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt hervorgegangen. Auf der anderen Seite blieb der Lebensmittelhändler Metro mit den gleichnamigen Großmärkten und der Supermarktkette Real. Ceconomy beschäftigt knapp 59.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von rund 22 Milliarden Euro.

Das abgelaufene Geschäftsjahr stand für Ceconomy unter keinem guten Stern. Bereits zum Auftakt hakte es, als hohe Rabatte im wichtigen Weihnachtsgeschäft am Gewinn zehrten. Zu einem Mühlstein entwickelte sich später die Beteiligung am Handelskonzern Metro. Durch die schwache Kursentwicklung der Metro-Aktie musste Ceconomy viele Millionen abschreiben. Probleme bereiteten auch die defizitären Märkte in Russland und Schweden.

Zuletzt wurde offenbar der ungewöhnlich lange und heiße Sommer zum Problem. Statt bei Media Markt oder Saturn zu shoppen, tummelten sich die Verbraucher lieber im Freibad. Vor allem in Deutschland, dem wichtigsten Markt für Ceconomy, lief es schleppend. Auch andere Elektronik-Händler beklagten schlechtere Geschäfte, insbesondere der Verkauf von Fernsehgeräten lief nicht so gut wie erhofft – dafür wurde auch das frühe Ausscheiden der National-Elf bei der Fußball-Weltmeisterschaft verantwortlich gemacht.

Die neuerliche Gewinnwarnung habe die Glaubwürdigkeit von Ceconomy und dessen Management schwer beschädigt, hieß es gestern von Seiten der Analysten. Größter Anteilseigner des Konzerns ist mit 25 Prozent die Investmentholding Haniel. Ceconomy sei eine reine Finanzbeteiligung, hatte Haniel-Chef Stephan Gemkow kürzlich erklärt. „Wenn es einen Interessenten geben sollte, der einen Preis bietet, dem man nicht widerstehen kann, würde ich bei jeder unserer Beteiligungen aktiv werden.“

 

Von Antonia Hofmann und Jens Heitmann

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