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Wirtschaft Digital-Vordenker Lanier: Verlasst Facebook!
Nachrichten Wirtschaft Digital-Vordenker Lanier: Verlasst Facebook!
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18:04 11.06.2018
Jaron Lanier eröffnet die Cebit mit Kritik an Sozialen Netzwerken wie Facebook Quelle: Woelbert
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Hannover

Der US-amerikanische Technik-Philosoph Jaron Lanier hat die Cebit mit einem kritischen Vortrag über die Gefahren Sozialer Netzwerke eröffnet. „Unglücklicherweise hat die dunkle Seite der Technologie sich durchgesetzt“, sagte er am Montagmorgen auf dem Messegelände in Hannover. „Das ist traurig und erschreckend.“ Konzerne wie Facebook und Twitter würden ihre Nutzer überwachen und ihr Verhalten manipulieren, warnte er, und rief dazu auf, die Netzwerke zu verlassen.

Das Grundproblem ist aus Sicht Laniers das Geschäftsmodell: Facebook und Co. sind für Nutzer kostenlos, stattdessen finanzieren sie sich über Werbung mit Tracking-Methoden. Versteckte Algorithmen würden die Menschen deshalb kontinuierlich verfolgen, mit anderen Nutzern vergleichen und ständig ausgefeiltere Wege ermitteln, wie man ihr Verhalten am Besten verändern könne.

Das sind die wichtigsten Themen auf der Cebit

In den meisten Fällen geschehe das nur, um zum Kauf von Produkten zu verleiten. Doch es gebe auch bösartige Ziele wie Wahlmanipulation, wie die Aktivitäten russischer Propagandisten auf Facebook gezeigt hätten. Die Macht der Netzwerke sei zwar nicht dramatisch, wenn man eine einzelne Person betrachtet, aber sehr groß bezogen auf die gesamte Gesellschaft.

„Negative Inhalte verbreiten sich am schnellsten“

Lanier kritisierte auch die bisherigen Bemühungen der Politik, die Macht der Sozialen Netze einzuschränken. Freiwillige Selbstverpflichtungen und Gesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung liefen nur darauf hinaus, den Konzernen einzelne Methoden zu untersagen. Sie änderten aber nichts am Grundproblem, dass die Anbieter negative Inhalte viel rasanter verbreiten als positive. „Am Anfang freut man sich über den Arabischen Frühling, am Ende bekommt man den Islamischen Staat“, sagte der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

Nötig sei deshalb ein neues Geschäftsmodell, forderte Lanier: Wenn Nutzer für Soziale Netzwerke „eine kleine Gebühr“ zahlen, würden die Anbieter ihnen dienen – statt nur den Werbekunden. Das Beispiel Netflix zeige, dass Menschen durchaus bereit seien, für Online-Dienste zu zahlen. Solange solche Lösungen nicht in Sicht sind, bleibe nur als Ausweg, das Nutzerkonto zu schließen – zumindest für ein paar Monate, um sich bewusst zu werden, dass es auch eine Welt ohne Facebook & Co. gibt. „Ich habe keine Konten bei diesen Netzwerken, aber ich habe trotzdem ein öffentliches Leben“, sagte Lanier.

Die Cebit ist am Montag mit einem neuem Konzept auf dem Messegelände gestartet. Statt Fachmesse soll sie ein „Business-Festival für Innovation und Digitalisierung“ sein. Hier erfahren Sie alles über das Programm, Ticketpreise, Aussteller und Neuerungen.

Von Christian Wölbert

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