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Nachrichten Wirtschaft Bundesamt überprüft Strahlung von Stromtrassen
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12:16 11.07.2017
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, Hochspannungsleitungen nicht durch Wohngebiete zu führen. Quelle: dpa
Berlin

Mit der Energiewende wird ein Ausbau der Stromnetze notwendig – denn der in Offshore-Anlagen zum Beispiel auf der Nordsee produzierte Strom aus Windkraftanlagen muss irgendwie in den Süden Deutschlands gelangen. Das Problem: Diese Stromtrassen haben elektrische und magnetische Felder, die die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen können, wenn Grenzwerte nicht eingehalten werden. Aus diesem Grund will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) seine Forschung zum Thema Stromnetzausbau intensivieren. 33 Studien in verschiedenen Forschungsbereichen sollen Klarheit bringen. Das rund 18 Millionen schwere Vorhaben ist auf sechs Jahre angelegt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Beeinträchtigen Stromleitungen in der Nähe meines Hauses die Gesundheit?

Nach derzeitigem Stand gehen von elektrischen und magnetischen Feldern im Umkreis von Hochspannungsleitungen keine direkten Gesundheitsgefahren aus, wenn die Grenzwerte eingehalten werden. Diese sind in der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung festgeschrieben. Allerdings gibt es einzelne wissenschaftliche Hinweise zu gesundheitsrelevanten Wirkungen schwacher niederfrequenter Magnetfelder, die das Bundesamt für Strahlenschutz nun überprüfen will. So zeigen epidemiologische Studien einen statistischen Zusammenhang zwischen schwachen magnetischen Feldern und einem etwas erhöhtem Risiko für Leukämie im Kindesalter. Außerdem gibt es Studien, laut denen Menschen, die berufsbedingt regelmäßig starken Magnetfeldern ausgesetzt sind, ein höheres Risiko für Erkrankungen des Nervensystems wie Alzheimer haben könnten.

Wie wirken die elektrischen und magnetischen Felder auf den Körper?

Sie erzeugen im menschlichen Körper zusätzliche elektrische Felder und Ströme. Als Folge davon können Nerven- und Muskelzellen gereizt werden. Damit dies geschieht, müssen aber bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz sind für die Reizung von Nervenfasern zum Beispiel elektrische Feldstärken von 4–6 Volt pro Meter nötig. Sind die Feldstärken höher, können zum Beispiel Herzrhythmusstörungen drohen.

Wie kann die Strahlenbelastung gesenkt werden?

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, dass neue Stromtrassen nach Möglichkeit nicht durch Wohngebiete geführt werden. Denn mit zunehmendem Abstand zu den Leitungen wird die Strahlenbelastung immer geringer. Das BfS hat in einer Studie zur „Erfassung der niederfrequenten magnetischen Exposition der Bürger in Bayern“ festgestellt, dass Personen, die im Umkreis von 100 Metern um eine Hochspannungsleitung wohnten, nur etwa 10 Prozent höheren Strahlungen ausgesetzt waren als andere Studienteilnehmer.

Außerdem können die Stromnetzbetreiber durch bauliche Maßnahmen dafür sorgen, dass die Strahlung geringer wird – etwa durch die Höhe der Hochspannungsmasten oder den Abstand der Leiterseile zueinander. Stromleitungen im Boden haben zwar kein elektrisches aber durchaus ein magnetisches Feld. Dieses ist an der Stelle der Verlegung mindestens genauso hoch wie bei Freileitungen, das magnetische Feld von Erdkabeln wird mit zunehmendem Abstand aber schneller schwächer.

Bei Erdkabeln nimmt das magnetische Feld mit größerem Abstand schneller ab. Quelle: © Bundesamt für Strahlenschutz© Bundesamt für Strahlenschutz

Was ist mit elektrischen Leitungen und Geräten im Haushalt?

Für die meisten Menschen sind elektrische Leitungen im Haus und elektrische Geräte die größere Quelle für elektrische und magnetische Strahlung. Das BfS empfiehlt deshalb, Leitungsstränge, die hohe Ströme führen, in möglichst großem Abstand zu Aufenthaltsräumen zu installieren. Außerdem sollten die Leitungen gut isoliert werden. Elektrische Geräte sollten nach dem Gebrauch vollständig abgeschaltet und nicht im Stand-by-Modus belassen werden. Dies gilt insbesondere für Fernsehgeräte und Stereoanlagen. Außerdem sollten netzbetriebene Radiowecker nicht direkt neben dem Kopfteil des Bettes aufgestellt werden. Beim Sender des Babyfons und vor allem beim Netzgerät sollte auf einen ausreichenden Abstand zum Bett des Kindes geachtet werden.

Von Anne Grüneberg/RND

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