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Wirtschaft Borgward: Alte Automarke kehrt zurück
Nachrichten Wirtschaft Borgward: Alte Automarke kehrt zurück
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00:17 28.06.2018
Ein SUV des Typs Borgward BX7 TS steht für den Neustart der Traditionsmarke. Quelle: dpa
Stuttgart/Bremen

Mit einem chinesischen Investor im Rücken kehrt der Autobauer Borgward nach Deutschland zurück. Die wiederbelebte Traditionsmarke bringt zunächst allerdings nur eine limitierte Edition ihres SUV-Modells BX7 auf den Markt. „Wir setzen auf den digitalen Vertrieb“, sagte Marketing- und Vertriebschef Tom Anliker. Verkauft werden sollen die in China gebauten Autos weitgehend über das Internet. Reparaturen, Inspektionen oder Reifenwechsel übernimmt A.T.U in seinen bundesweit knapp 580 Werkstätten.

Borgward mit Sitz in Bremen war einer der bekanntesten Autohersteller Deutschlands – bis zur Pleite Anfang der Sechziger Jahre. Außer der Erinnerung ist der Hansestadt davon nichts geblieben – selbst die imposante Firmen-Villa im noblen Bezirk Horn-Lehe befindet sich nicht mehr im Familienbesitz. Christian Borgward, Enkel des Unternehmensgründers, hat die Marke neu belebt und auch ein neues Werk in Bremen angekündigt – noch habe aber der chinesische Eigentümer die Investition nicht freigegeben, hieß es.

Chinesen gegen Takt vor

Borgward gehört zum Lkw-Hersteller Foton, in der Volksrepublik konnte die Marke nach eigenen Angaben bisher knapp 100.000 Fahrzeuge absetzen. Auch in Südostasien, Südamerika und im Mittleren Osten sind Borgwards mittlerweile zu haben. Etwa 360.000 Autos könnten pro Jahr in der Fabrik bei Peking vom Band laufen, heißt es – neben dem BX7 auch der kleinere BX5, zudem soll es bald noch einen BX6 geben.

Ob das Vertriebsmodell in der Praxis funktionieren kann, ist auch für Borgward noch nicht endgültig sicher. Bislang gibt es erst ein „Brand Center“ in Stuttgart, in dem potenzielle Kunden das Fahrzeug auch mal anfassen und fahren können, bevor sie es kaufen. Weitere Standorte seien angedacht, sagte Anliker. Zudem solle es „Roadshows“ geben, bei denen Borgward-Mitarbeiter mit den Autos durch die Lande touren und sie Interessenten vorführen. „Wir glauben, dass das Geld sehr gut im Online-Geschäft investiert ist“, sagte Europa-Chef Gerald Lautenschläger. „Statische Repräsentanzen sind teuer, die Wirtschaftlichkeit ist fraglich.“

„Können nicht Zalando sein“

Ganz Händler, die Borgward-Autos in ihren Häusern verkaufen, werde es aber auch nicht gehen, räumte Anliker ein. „Wir können nicht Zalando sein“, sagte er mit Blick auf den reinen Online-Handel, bei dem Kunden Produkte auch zur Ansicht bestellen und zur Not zurückschicken können: „Hier sind wir für Kooperationen offen.“

Vom Diesel will Borgward die Finger lassen. Bisher gibt es nur Benziner, ein Elektro-SUV soll in der zweiten Hälfte 2019 auf den Markt kommen. Bauen will das Unternehmen den in einem neuen Werk in Bremen, wo die Marke ihre Wurzeln hat. An dem Plan halte man aus jetziger Sicht auch fest, hieß es. Investor Foton warte allerdings noch auf das Okay der chinesischen Regierung, die das Projekt genehmigen müsse. Hinzu komme nun auch noch der Streit um Strafzölle und damit verbundene mögliche Konsequenzen.

Von Nico Esch und Jens Heitmann

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