Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Beschäftigte fürchten Jobvernichtung 
Nachrichten Wirtschaft Beschäftigte fürchten Jobvernichtung 
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 01.12.2017
Man with tablet at machine on factory shop floor | Verwendung weltweit, Royalty free: Bei werblicher Verwendung Preis auf Anfrage., Keine Weitergabe an Wiederverkäufer. digitalisierung Quelle: Westend61
Anzeige
Berlin

Viele Arbeitnehmer in Deutschland fürchten eine Vernichtung von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung: 38 Prozent der Beschäftigten glauben, dass unter dem Strich mehr Arbeitsplätze wegfallen als neue entstehen. Nur 18 Prozent sehen die Digitalisierung eher als Jobmotor. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin vorgelegten Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor. Der größte Anteil der Befragten (45 Prozent) geht allerdings davon aus, dass sich der Wegfall und der Zuwachs von Arbeitsplätzen die Waage halten werden. 

Außerdem zeigt der BKK-Report, wie die Digitalisierung den Arbeitsalltag der Beschäftigten bereits heute verändert: Über 40 Prozent erledigen nach eigenen Angaben durch die Digitalisierung Aufgaben schneller sowie mehrere Aufgaben gleichzeitig. Ein Drittel sagt, dass ihre Arbeitsleistung stärker kontrolliert und überwacht werden kann und dass sie auch in der Freizeit arbeiten. Ein gutes Fünftel gibt an, sich durch die Digitalisierung überlastet beziehungsweise ausgebrannt zu fühlen.

Experten geben Entwarnung

Die Angst vor hoher Arbeitslosigkeit ist nach Ansicht vieler Experten eher unbegründet. Das sagen unter anderem Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), das zur Bundesagentur für Arbeit gehört. Ihnen zufolge arbeiten nur rund 15 Prozent der deutschen Beschäftigten in Berufen, in denen mehr als 70 Prozent der einzelnen Tätigkeiten automatisierbar sind. 

Eine regionale Auswertung ergab, dass dieser Anteil in Niedersachsen ebenfalls bei rund 15 Prozent liegt. Die IAB-Forscher erwarten, dass durch die Digitalisierung auch viele neue Jobs entstehen. Unter dem Strich werde die Bilanz voraussichtlich ausgeglichen sein.

Aus Sicht des Arbeitsforschers Marc Danneberg vom Cima Institut für Regionalwirtschaft in Hannover arbeitet das IAB mit seriöseren Methoden als Forscher aus dem angelsächsischen Raum, die vor großen Job-Verlusten warnen. 

Danneberg betont aber auch, dass sich viele Berufe verändern, weil einzelne Tätigkeiten automatisiert werden. Das erkläre zum Teil auch die Sorge vor Job-Verlusten. „In einer solchen Situation ist es normal, dass man eher die Risiken sieht“, sagt er. Doch selbst wenn einzelne Tätigkeiten wegfallen, werde nicht automatisch ein Arbeitsplatz oder ein Berufsbild überflüssig.

Auch Firmenchefs beunruhigt

Auch erstaunlich viele Arbeitgeber fürchten allerdings die Digitalisierung: Jedes vierte Unternehmen sieht seine Existenz gefährdet, ergab eine aktuelle Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom unter 500 Firmen. 60 Prozent sehen sich als digitale Nachzügler, 57 Prozent erleben, dass Wettbewerber aus der Internet- und IT-Branche auf ihren Markt drängen. 

60 Prozent der Unternehmen sagten, dass sie als Folge der Digitalisierung bestehende Produkte und Dienstleistungen anpassen, 44 Prozent bieten völlig neue Produkte und Dienstleistungen an. Aus Sicht des Bitkom sind das viel zu wenige: „Hier müssten wir Werte nahe Hundert Prozent erreichen. Nahezu alle Unternehmen sind gefordert, neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. So wird Digitalisierung gestaltet, nicht nur verwaltet“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Aber auch für die Politik müsse das Thema endlich wichtiger werden, sagte Berg. Aus Sicht der Unternehmen müssten vor allem Ämter und Behörden digitaler arbeiten. Dicht dahinter folgt der Wunsch nach einer Stärkung der Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Fragen der digitalen Bildung.

            

Von Basil Wegener und Christian Wölbert

Schweden will in Zukunft unabhängig von fossilen Energieträgern sein. Doch anstatt nur auf Wind- oder Sonnenenergie zu setzen, zeigen sich die Skandinavier kreativ: Ein Kraftwerk verbrennt Klamotten des Modegiganten H&M, um Strom zu erzeugen.

28.11.2017

Wegen Untreu und Beihilfe zum Bankrott sollten die Schlecker-Kinder eigentlich zwei Jahre in Haft. Doch am Dienstag legten Meike und Lars Schlecker Revision gegen dieses Urteil ein.

28.11.2017

Die Sparda-Bank Hannover bekommt einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Andreas Dill (57)  räumt Ende März 2018 den Stuhl für André-Christian Rump (41).

01.12.2017
Anzeige