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Wirtschaft Bauern fürchten wegen Dürre um Existenz
Nachrichten Wirtschaft Bauern fürchten wegen Dürre um Existenz
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14:19 18.07.2018
Die Trockenheit macht den Bauern zu schaffen. Quelle: ZB
Hannover

Die anhaltende Trockenheit bedroht den Fortbestand landwirtschaftlicher Betriebe. Der Deutsche Bauernverband rechnet bei Winterroggen, Winterweizen und Winterraps mit deutlich geringeren Erträgen als im vergangenen Jahr. „Insgesamt bestätigt sich, dass sowohl bei Feldfrüchten als auch bei Grünland die Ernteausfälle in Teilen der Bundesrepublik ein existenzbedrohendes Ausmaß annehmen“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, am Mittwoch.

Nach Einschätzung des Landvolks wird die Getreideernte in Niedersachsen um rund ein Drittel niedriger ausfallen. Bereits im Vorjahr sei die Menge mit rund 6 Millionen Tonnen enttäuschend gewesen, sagte Landvolks-Präsident Albert Schulte to Brinke. Die finanziellen Reserven vieler Bauern seien daher erschöpft. Auch die Viehhalter stünden unter Druck: Auf den Wiesen wachse kein Gras nach, der Silomais als wichtigste Futterpflanze leide ebenfalls unter der Sommerhitze. Auch bei Rüben und Kartoffeln seien Einbußen unvermeidlich.

Da Schätzungen zufolge die Ernte europaweit hinter den Erwartungen zurückbleiben wird, hoffen die Landwirte auf steigende Preise. Noch zeichnet sich hier aber keine Verbesserung ab: Für eine Tonne Brotweizen erzielten die Bauern zu Beginn des laufenden Wirtschaftsjahres 159 Euro – im Juni 2017 waren es 155 Euro. Brotroggen und Futterweizen bewegen sich ebenfalls auf Vorjahresniveau. Lediglich Futtergerste ist teurer geworden: Dafür bekamen Landwirte durchschnittlich 157 Euro pro Tonne – ein Plus von 13 Prozent.

Vor diesem Hintergrund erneuerte der Bauernpräsident seine Forderung nach einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage, um die Betriebe bei der dringend notwendigen Liquidität zu unterstützen. Rukwied stützt sich damit auf einen entsprechenden Beschluss des Bundesrates: Danach sollen Bauern in guten Zeiten einen Teil ihres Gewinns in die Rücklage einstellen dürfen, ohne dies versteuern zu müssen. Im Fall einer Notlage könnten sie das Geld zur Stützung ihres Betriebes einsetzen.

Die Bundesregierung lehnt die Forderung ab. Die Einführung einer Risikoausgleichsrücklage würde einer Studie der Universität Hohenheim zufolge „nicht zu den erwünschten Entlastungswirkungen“ führen, heißt es in der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Seit 2014 gebe es für Bauern bereits die Möglichkeit ihre Gewinne zu „glätten“, indem sie ihre Einkünfte jeweils für drei Jahre zusammenfassen und dann einen Durchschnittswert ermitteln. Diese Regelung läuft jedoch bis Ende 2022 aus.

Das Landvolk fordert das Landwirtschaftsministerium in Hannover auf, „jetzt alle Weichen zu stellen, damit die Agrarprämien so frühzeitig wie möglich und vollständig spätestens in den ersten Dezembertagen auf den Konten der Empfänger gut geschrieben werden können“. Die Staatshilfen machen ungefähr die Hälfte der bäuerlichen Einnahmen aus. Von diesen Einkünften könnten die Landwirte ihre Pachtzahlungen bestreiten sowie Saatgut oder Futter kaufen, sagte Schulte to Brinke.

Um die Not der Bauern zu lindern, hat Niedersachsens Agrarministerin Otte-Kinast bereits Öko-Grünland als Futterflächen freigeben. Landwirte dürfen diese Brachen nun ausnahmsweise beweiden und mähen. Laut Ministerium können Landwirte außerdem Liquiditätshilfen der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Anspruch nehmen, wenn die Einbußen mindestens 30 Prozent betragen.

Von Jens Heitmann

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