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Wirtschaft Nord/LB hat die rote Laterne
Nachrichten Wirtschaft Nord/LB hat die rote Laterne
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19:48 02.11.2018
Die Zentrale der Nord/LB in Hannover. Quelle: dpa
Hannover

Bei der Prüfung der Krisenanfälligkeit großer Banken hat die Nord/LB von den deutschen Finanzinstituten am schlechtesten abgeschnitten. Bei dritten „Stresstest“ der europäischen Aufsichtsbehörde EBA nach 2014 und 2016 gaben die Kapitalpuffer der Norddeutschen Landesbank deutlich nach, die derzeit auf der Suche nach einem neuen Investor ist. In Hannover hatte man sich darauf bereits eingestellt: „Das Stresstest-Ergebnis bewegt sich im Rahmen der Erwartungen und brachte keine Überraschungen“, sagte Nord/LB-Chef Thomas Bürkle am Freitag.

Die Aufsichtsbehörde hat insgesamt 48 Banken aus 15 Staaten den Puls gefühlt. Auf Basis der Bilanzen zum Jahresende 2017 mussten sie durchrechnen, wie viel dünner ihre Kapitaldecke in drei Jahren werden würde, wenn die Konjunktur einbricht, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Immobilienpreise in den Keller gehen. Die Aufseher versprechen sich davon Erkenntnisse darüber, wie anfällig einzelne Häuser für mögliche Schocks wären – und ob sie möglicherweise ihre Kapitalausstattung für Krisenzeiten verstärken müssen. Die Aussagekraft des Stresstests ist jedoch umstritten, weil die Aufseher unterstellen, dass die Häuser keine Gegenmaßnahmen ergreifen würden.

Für die Platzierung der Banken im Ranking ist entscheidend, wie stark sich ihr sogenanntes hartes Kernkapital in der angenommenen Krise verringert. Dabei wurden sowohl die Auswirkungen auf die ausgereichten Kredite berücksichtigt als auch auf Bestände wie Staatsanleihen oder Aktien, die eine Bank hält. Am Ende zählt die Kernkapitalquote – vereinfacht gesagt das prozentuale Verhältnis zwischen dem Eigenkapital des Instituts und den Kreditrisiken.

Weil faule Schiffskredite ihre Bilanz belasten, ist die Nord/LB mit der dünnsten Kapitaldecke von allen acht deutschen Banken in den Stresstest gegangen. Im Juni verzeichnete die Landesbank eine Kernkapitalquote von 12,4 Prozent – im unterstellten Krisenszenario schrumpfte sie auf 7,07 Prozent. „Das Ergebnis trägt der Tatsache Rechnung, dass wir in den vergangenen Jahren in großem Umfang Risiken aus dem Schiffsportfolio abgeschirmt haben“, sagte Vorstandschef Bürkle. Seit dem letzten Stresstest habe die Bank hier eine Risikovorsorge von rund 3,9 Milliarden Euro neu gebildet. So unumgänglich das gewesen sei: Es drücke auf die Kapitalausstattung.

Angesichts ihrer schlechten Startposition hat sich die Landesbank nach eigener Einschätzung im Stresstest passabel geschlagen. Aufschlussreicher als die bloße Platzierung in der Rangliste der Kapitalquoten sei die Fallhöhe im Stresstest selbst – also die Veränderung dieser Quote unter den Bedingungen einer Krise. Mit einem Minus von rund 6 Prozentpunkten habe die Nord/LB nur geringfügig über dem Durchschnitt der beteiligten deutschen Banken gelegen, sagte Bürkle: „Ein hoher Wert wäre hier ein Alarmzeichen.“

Diese positive Einschätzung teilt auch die Landesregierung. „Das Stresstest-Ergebnis bestätigt den Kurs der Nord/LB“, sagte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers, der auch den Aufsichtsrat der Bank führt. „Wir haben den Handlungsbedarf schon früh erkannt und zusammen mit den anderen Trägern die Neuausrichtung in die Hand genommen.“ Der Stresstest basiere auf der Datenbasis von Ende 2017 – seither habe die Nord/LB weitere Risiken abgebaut und stehe heute entsprechend besser da.

Das Land ist mit gut 59 Prozent an der Nord/LB beteiligt, die niedersächsischen Sparkassen halten 26 Prozent, der Rest verteilt sich auf das Land Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die Träger und die Bank wollen einen Investor anlocken, um die Kapitalausstattung der Bank zu verbessern.

Von Jens Heitmann

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