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Wirtschaft Bahn sucht dringend Lokführer-Nachwuchs
Nachrichten Wirtschaft Bahn sucht dringend Lokführer-Nachwuchs
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08:45 04.01.2018
Wegen des Fachkräftemangels fallen immer mehr Züge aus – die Bahn greift auf der Suche nach Nachwuchs auf verstärkter Werbemaßnahmen zurück. Quelle: dpa
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Hannover

Auch der Eisenbahnverkehr ist vom Fachkräftemangel betroffen: „Es gibt bundesweit einen Fachkräftemangel - sowohl in der Überwachung und Wartung wie auch bei den Lokführern“, sagt Anja Schmiedeke, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit. Auf 912 offene Lokführerstellen kamen zuletzt 257 arbeitslos gemeldete Fahrer. Das führte im vergangenen Jahr unter anderem dazu, dass selbst Regionalbahnen in Hamburg, Bremen und Stuttgart teils für Wochen ausfallen mussten. Zusätzlich kam es kürzlich zu zahlreichen Krankheitsfällen, die Verkehrsbetriebe mussten Fahrten in Nordhessen, Südniedersachsen und Thüringen streichen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren war das Verhältnis noch 340 zu 160, es kam seltener zu Ausfällen und gehäuften Krankmeldungen.

Bahn wirbt verstärkt um Quereinsteiger

Die Deutsche Bahn und ihre Mitbewerber reagiert mit verstärkten Werbemaßnahmen auf den Mangel an Fachpersonal, versucht seit geraumer Zeit neben Nachwuchs auch Quereinsteiger zu gewinnen. Trotz erster Erfolge bleibt es eng. „Das ist vor allem eine Frage von Geld und Wertschätzung“, meint der Sprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Uwe Reitz. Auf verlässliche Dienstpläne - mit der sich dann auch die Freizeit planen lässt - könnten die Fahrer wegen des Drucks oft pfeifen. „Im Moment, wo sie die Pläne erhalten, gelten die schon nicht mehr.“ Das erschwere die Personalgewinnung zunehmend.

Neben Lokführern werden auch andere Berufsgruppen gesucht

„Lokführer sind eine Zielgruppe für sich: stolz und selbstbewusst, die Chefs über Tausende von PS, mit enormer Verantwortung für Fahrgäste und Güter“, sagt die Leiterin der Personalgewinnung der Deutschen Bahn, Kerstin Wagner. Trotzdem sei der Arbeitsmarkt herausfordernd für die Bahn, vor allem im Süden Deutschlands, und das nicht nur für Lokführer, sondern auch für Elektroniker, Ingenieure, Fahrdienstleiter oder IT-Experten.

Lösungsansatz: Überbetriebliche Ausbildung

„Die meisten Wettbewerber kaufen den Markt leer und bilden gar nicht aus“, beschreibt der Gewerkschaftssprecher unterdessen einen Wettbewerbsnachteil der Deutschen Bahn. Während sie mit der dreijährigen Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst auch das Rüstzeug für andere Tätigkeiten jenseits der Schichtdienste im Führerhaus mitgibt, verließen kleinere Bahnen sich schlicht darauf, Personal des Staatskonzerns abzuwerben. Die Schaffung einer zentralen, überbetrieblichen Ausbildung könne helfen, sagt sei sich auch Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn sicher.

Metronom setzt auf direkte Anwerbung

Die Metronom-Bahn im Norden wartet nicht auf seine Wettbewerber und hat bereits eigene Maßnahmen ergriffen: „Wir haben das Recruiting als klassische Werbekampagne aufgebaut2, sagt Unternehmenssprecher Björn Pamperin. Potenzielle Kandidaten seien dabei direkt angesprochen worden, 80 Prozent von ihnen Quereinsteiger. „Wir zahlen über Tarif und bieten andere Leistungen wie eine Umzugsbeihilfe.“ Dennoch heißt es auch beim Metronom: „Nach wie vor sind Lokführer gesuchte Mitarbeiter.“

Von RND/dpa/lf

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