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Wirtschaft Apotheker fordern Entschädigung für Wertverlust
Nachrichten Wirtschaft Apotheker fordern Entschädigung für Wertverlust
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17:31 06.09.2018
Die Apotheker wollen nicht auf hohen Einkaufkosten für HIV-Präparat sitzen bleiben. Quelle: dpa-Zentralbild
Hannover

Die Apotheker befürchten, dass Pharmakonzerne sie künftig verstärkt in Mithaftung nehmen, wenn diese ihre Preisvorstellungen für neue Medikamente nicht durchsetzen können. Der Anlass dafür ist die Ankündigung des belgischen Herstellers Janssen, die Pharmazeuten auf ihren Wertverlusten für die Lagerung des HIV-Mittels Symtuza sitzen zu lassen. „Für spezialisierte Kollegen kann das schnell zu einem Verlust in fünfstelliger Höhe führen“, sagt die Präsidentin der Apothekerkammer, Magdalene Linz.

Janssen hat Symtuza Mitte Oktober 2017 auf den Markt gebracht. Die Tablette enthält vier Wirkstoffe zur Behandlung einer HIV-Infektion und muss nur einmal täglich eingenommen werden. Doch der Gemeinsame Bundesausschuss als oberstes Gremium der gesundheitlichen Selbstverwaltung konnte darin keinen Zusatznutzen für die Patienten erkennen – und verordnete im Juni eine Preissenkung von rund 1200 Euro pro Packung (90 Filmtabletten).

Dass bedeutet nicht nur für den Hersteller einen Schlag ins Kontor, sondern auch für Apotheker, die sich bereits zu den alten Konditionen bevorratet haben: Wenn sie das Medikament an die Patienten abgeben, erstatten ihnen die Krankenkassen nur noch den abgesenkten neuen Preis. Dieses Risiko sei den Kollegen zwar bekannt, sagt Linz. Bei der großen Mehrheit der Pharmaunternehmen dürfe man aber darauf vertrauen, dass diese den sogenannten Lagerwertverlust ausgleichen.

Darauf haben die Apotheken auch im Fall Janssen spekuliert – doch vergeblich. Man habe sich bemüht, alle Kunden unverzüglich über die Preisanpassungen zu informieren, um einen nachträglich Wertverlust zu vermeiden, heißt es in einem Schreiben von Deutschland-Chefin Iris Zemzoum. „Partnerschaftliches Verhalten“ bedeute für Janssen jedoch auch, „ das Geschäftsrisiko beidseitig zu tragen“.

Nach Einschätzung des Herstellers sind die Apotheker für ihre Verluste zum Teil auch selbst verantwortlich – schließlich hätten sie über den Großhandel mehrmals am Tag die Gelegenheit, die von ihnen benötigten Medikamente zu beziehen. Soll heißen: Eine größere Bevorratung vor Ort sei eigentlich nicht nötig. Außerdem habe Janssen bis zu drei Werktage nach der Preissenkung mit einem kostenlosen Kurierdienst die Arzneimittel direkt geliefert, sobald ein Kunde dringenden Bedarf angemeldet habe, schreibt Zemzoum. Dass Apotheker dennoch mit einem „Shit Storm“ gedroht hätten, um einen finanziellen Ausgleich durchzusetzen, „lässt uns sprachlos“.

Apotheker-Präsidentin Linz erklärt die „harschen Reaktionen“ mancher Kollegen mit der Höhe von deren Verlusten – den Vorwurf üppiger Lagerhaltung weist sie zurück. Laut Betriebsverordnung seien die Pharmazeuten verpflichtet, einen Wochenvorrat an Arzneimitteln vorzuhalten. „Die Vermeidung von Lagerwertverlusten durch ein deutliches Herunterfahren des Bestandes mit zeitverzögertem Wiederauffüllen des Warenlagers ist folglich rechtswidrig“, sagt Linz.

Von Jens Heitmann

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