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Wirtschaft Alexa soll immer in Hörweite sein
Nachrichten Wirtschaft Alexa soll immer in Hörweite sein
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16:27 21.09.2018
Gut vier Kilo bringt der neue Subwoofer Echo Sub von Amazon auf die Waage, der mit Alexa verknüpfbar ist. Quelle: dpa-tmn
Seattle/Ingolstadt

Amazon will mit neuen Geräten und Diensten für seine Assistenzsoftware Alexa das vernetzte Zuhause dominieren. Dazu wird der Online-Händler den Herstellern von Hausgeräten künftig günstige Einbau-Module anbieten, mit denen sie Alexa in ihre Technik integrieren können. Bei Amazon gekaufte Smarthome-Technik anderer Hersteller soll ohne umständliche Einrichtung sofort funktionieren. „Sie wollen eindeutig das smarte Zuhause dominieren, das steht außer Frage“, sagte Branchenexpertin Carolina Milanesi von der Analysefirma Creative Strategies am Rande des Events in Seattle.

Die Vision zeigt vor allem, wie verschiedenste Geräte mit Alexa an Bord für neue Funktionen verknüpft werden sollen. So wird es in den USA unter anderem die Alarmanlage Guard geben, die zum Beispiel anspringt, wenn sie hört, dass ein Fenster eingeschlagen wurde oder ein Rauchmelder anging. Dafür kann sie auf die Mikrofone von Echo-Lautsprechern in verschiedenen Räumen zurückgreifen. „Wir haben viel Glas zerschlagen, damit die Software das entsprechende Geräusch erkennt“, sagte Alexa-Forschungschef Rohit Prasad.

Außerdem soll Alexa sich automatisch Gedanken über die Sicherheit des Haushalts machen. Sagt man ihr zum Beispiel „gute Nacht“, könnte sie von sich aus darauf hinweisen, dass etwa das Licht auf der Terrasse noch brennt oder die Hintertür nicht abgeschlossen ist. Die Software lerne dafür aus dem typischen Verhalten in einem Haushalt, eher über mehrere Wochen als Tage, hieß es. Mit der Zeit könnte die Software bei Auffälligkeiten auch von allein Hinweise geben – oder ihre Lernfähigkeit auf andere Bereiche wie zum Beispiel die Musikauswahl richten.

Der Autohersteller Audi will Alexa vom nächsten Jahr in bestimmte Fahrzeuge einbinden. Bei der Premiere des Elektro-SUV e-tron kündigte die VW-Tochter dieser Tage an, die Modelle auf Wunsch mit Amazons Assistenzsoftware auszustatten. Alexa werde direkt in das Infotainmentsystem des Autos eingebunden, so dass Kunden Musik abspielen, Smart-Home-Geräte steuern und auf die Amazon-Dienste zugreifen können.

Als neue eigene Hardware bietet Amazon unter anderem eine aufgefrischte Version mehrerer Echo-Modelle an sowie ein neues Gerät mit dem Namen Echo Input, das Lautsprecher anderer Anbieter mit Alexa verknüpfen soll. Amazon hatte mit den 2014 gestarteten Echo-Geräten und Alexa die Kategorie smarter Lautsprecher mit digitalen Assistenten an Bord etabliert.

Inzwischen ist es ein hart umkämpfter Markt. So versucht Google, seinen Assistant in eigenen und fremden Lautsprechern in den Markt zu bringen. Und Apple brachte vor einigen Monaten den Lautsprecher HomePod mit seiner Assistentin Siri heraus. Außerdem bietet Apple mit HomeKit eine Software-Alternative zur Smart-Home-Steuerung an.

Amazon versucht schon länger, Alexa in Geräte anderer Hersteller zu bringen. Mit den Einbaumodulen für Hausgeräte-Anbieter soll das noch einen Schritt einfacher werden. Das Bauteil in der Größe einer Streichholz-Schachtel soll lediglich einen einstelligen Dollar-Betrag ohne weitere Folgeausgaben kosten, sagte Rausch. Die Hardware sei auch für eine bei Haustechnik übliche lange Nutzungsdauer ausgelegt, die Software kann über Funk aktualisiert werden. Hersteller könnten mit Amazons Schnittstellen gängige Funktionen wie Ein- und Ausschalter, Regler sowie Programmauswahl mit Alexa verbinden.

Neben einer vernetzten Steckdose gibt es direkt von Amazon zunächst in den USA eine sprechende Mikrowelle und eine vernetzte Wanduhr. Die Mikrowelle kann nicht nur Sprachbefehle zur Zubereitung von Produkten entgegennehmen, sondern auch Popcorn nachbestellen – natürlich bei Amazon. Ob die Mikrowelle auch in Deutschland verkauft werde, sei fraglich, hieß es.

Von Andre Sokolow

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