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Bezahlung deutlich schlechter als im Krankenhaus

Altenpflege Bezahlung deutlich schlechter als im Krankenhaus

Altenheime finden immer schwerer gut ausgebildete Pflegekräfte. Das liegt nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern auch an der Entlohnung.

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Arbeitskräfte in der Altenpflege bekommen immer noch deutlich unterdurchschnittliche  Löhner. 

Quelle: dpa

Nürnberg/Hannover. Arbeitsmarktforscher sehen bei der Bezahlung von Altenpflegekräften trotz Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren noch einigen Nachholbedarf. Mit monatlich 2621 Euro brutto verdiene eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft in der Altenpflege im Durchschnitt 16 Prozent weniger als der Durchschnitt aller anderen Beschäftigten, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag in einer Studie. Noch schlechter schnitten Altenpflege-Helfer ab, die wegen fehlender dreijähriger Ausbildung nur weniger anspruchsvolle Routinearbeiten erledigten. Niedersachsen ist bei der Bezahlung im Altenpflegesektor Schlusslicht in Westdeutschland. Deutlich weniger wird nur im Osten verdient.

Die Forscher vom IAB untersuchten auf Basis der Zahlen des Jahres 2016 die absolute Höhe der Entgelte in den einzelnen Bundesländern und den Abstand zu den Gehältern, die Krankenpfleger bekommen. Demnach liegt das monatliche Einkommen eines Altenpflegehelfers mit durchschnittlich 1870 Euro rund 600 Euro unter dem eines Krankenpflegehelfers. Eine Fachkraft in Krankenpflege erhält im Schnitt 3239 Euro gegenüber 2621 Euro in der Altenpflege. 

Allerdings bestehen große regionale Unterschiede – sowohl bei der absoluten Höhe als auch bei den Abständen. So verdienten Fachkräfte in der Altenpflege etwa in Sachsen-Anhalt 30 Prozent weniger als die dortigen Krankenpflegefachkräfte. In Bayern und Baden-Württemberg seien es dagegen nur gut 13 Prozent weniger. In Niedersachsen verdient eine ausgebildete Altenpflegerin im Schnitt 2424 Euro und damit 24 Prozent weniger als eine Krankenschwester oder ein Krankenpfleger.

Die finanzielle Lage der Alten- und Krankenpflegekräfte hat sich nach Erkenntnissen der Forscher im Vergleich zu allen anderen Beschäftigten auch durch die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre nicht durchgreifend verbessert. Und auch das Lohngefälle zwischen Kranken- und Altenpflege habe sich dadurch nur unwesentlich verringert. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass Krankenpfleger häufig Zuschläge für spezielle Dienste bekämen, etwa für Arbeiten auf der Intensivstation.

Die Forscher sehen daher vor allem bei der Entlohnung von Pflegekräften „Verbesserungspotenzial“. Denn um den wachsenden Fachkräftebedarf für eine gute Pflege sicherstellen zu können, müsse sich die Arbeit als Pflegekraft auch finanziell lohnen. Allerdings sei die Lohngestaltung in der Pflege wegen der mit den Kranken- und Pflegekassen ausgehandelten Pflegesätze oft weniger flexibel als in anderen Wirtschaftsbereichen, räumen die Forscher ein. Für die Studie hat das IAB die Entgeltdaten von 415 000 in Vollzeit beschäftigten Fachkräften und 111 000 Vollzeit-Hilfskräften in den Pflegeberufen ausgewertet. Die Durchschnittswerte errechnen sich aus den monatlichen Entgelten sowie Zuschlägen und Sonderzahlungen. 

Von Klaus Tscharnke und Albrecht Scheuermann

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