Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wirtschaft Airbus droht mit Rückzug aus Großbritannien
Nachrichten Wirtschaft Airbus droht mit Rückzug aus Großbritannien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:14 22.06.2018
Airbus droht mit dem Abflug aus Großbritannien, wenn es nicht zu einem Abkommen zwischen London und Brüssel kommt. Quelle: dpa
London/Berlin

Das Ende der britischen Mitgliedschaft in der Europäischen Union rückt immer näher, doch noch immer ist ungeklärt, wie es dann weitergehen soll. Die Warnungen Richtung London werden deshalb lauter: Jetzt drohte der europäische Flugzeugbauer Airbus mit einem Rückzug aus Großbritannien. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte vor einem Desaster bei einem ungeordneten Ausstieg des Vereinigten Königreichs. Um dies noch zu verhindern, seien schnelle Entscheidungen nötig.

Die Briten hatten sich genau vor zwei Jahren in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit für einen Austritt aus der Union entschieden. Dieser wird Ende März 2019 wirksam. Seitdem wird über die Modalitäten diskutiert. Sollte es keine Einigung über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU geben, werde Airbus sein langfristiges Engagement in dem Land überdenken, warnte der Konzern in einem Memorandum zum Brexit. Die bislang vereinbarte Übergangsphase bis zum Dezember 2020 sei zudem zu kurz, um seine Lieferkette neu zu strukturieren.

In jedem Fall habe der britische Rückzug aus der EU negative Konsequenzen für die Luftfahrtindustrie im Vereinigten Königreich und für Airbus im Speziellen, sagte der Chef der kommerziellen Flugzeugsparte, Tom Williams. Der Konzern habe seit zwölf Monaten erfolglos auf seine Bedenken hingewiesen. Letztlich stelle das Szenario, dass es keine Einigung zwischen London und Brüssel geben könnte, eine Bedrohung für die Zukunft von Airbus in Großbritannien dar. Der Konzern beschäftigt rund 14 000 Mitarbeiter in 25 britischen Produktionsstätten, außerdem gibt es dort zahlreichen Zulieferer.

Die britische Regierung von Premierministerin Theresa May und die Parlamentarier in London sind sich uneins darüber, in welcher Beziehung das Land nach dem Brexit zur Europäischen Union stehen soll. Während einige Politiker einen klaren Schnitt mit allen Konsequenzen auch für die Wirtschaftswelt fordern, wollen andere an einer möglichst engen Partnerschaft mit der EU festhalten. Große wie kleine Unternehmen fordern seit Monaten, dass mehr Klarheit über die künftigen Handelsvereinbarungen herrschen müsse.

Auch in der deutschen Industrie wachsen die Sorgen über Großbritannien. „Die Gefahr ist groß, dass Brüssel und London am 29. März 2019 mit leeren Händen dastehen. Zwei Jahre nach dem Referendum steuert das Vereinigte Königreich ungebremst auf einen ungeordneten Brexit zu“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, am Freitag in Berlin. Für ein geordnetes Ausscheiden der Briten aus der EU müsste der EU-Gipfel kommende Woche die Weichen stellen. Doch noch immer sei die wichtige Austrittsfrage der irischen Grenze völlig offen. Die britische Regierung spiele weiterhin auf Zeit. „Diese Strategie führt ins Desaster“. sagte Lang.

Brüssel und London hatten sich im März auf eine Übergangszeit bis Ende 2020 geeinigt. Dies setzt aber voraus, dass rechtzeitig ein umfassendes Abkommen über den Brexit abgeschlossen wird. Schon jetzt machten sich nachteilige Effekte des bevorstehenden Brexits bemerkbar, erklärte der BDI. So sei das Vereinigte Königreich mit 1,4 Prozent momentan das Land mit dem schwächsten für dieses Jahr erwarteten BIP-Wachstum in der gesamten EU.

Von Natalie Schupp und Albrecht Scheuermann

Es ist ein trauriger Zufall. Ausgerechnet zu Beginn des größten Harley-Davidson-Biker-Treffens in Deutschland treten hohe Strafzölle auf die Kult-Maschinen in Kraft. Der Handelskrieg zwischen Amerika und Europa zieht immer größere Kreise.

22.06.2018

Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie kritisieren einen politischen Stillstand in Berlin. Die Bundesregierung investiere zu wenig in die Zukunft und gebe das Geld stattdessen für die Umverteilung aus.

21.06.2018

Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie kritisieren einen politischen Stillstand in Berlin. Die Bundesregierung investiere zu wenig in die Zukunft und gebe das Geld stattdessen für die Umverteilung aus.

24.06.2018