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Wirtschaft 30 Sprechstunden pro Woche als Mindestpflicht
Nachrichten Wirtschaft 30 Sprechstunden pro Woche als Mindestpflicht
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16:23 31.01.2018
Volle Wartezimmer, lange Wartezeiten: Nach Ansicht der Krankenkassen liegt dies auch an zu wenig Sprechstunden. Quelle: picture alliance / dpa
Hannover/Berlin

 Niedergelassene Ärzte mit Kassenzulassung sollen künftig mindestens 30 Sprechstunden pro Woche für Krankenkassenmitglieder anbieten. Dies forderte gestern der Spitzenverband der gesetzlichen Kassen (GKV). Der Vorstoß löste allerdings erheblichen Unmut in der Ärzteschaft aus.

Auslöser ist die Diskussion über die angebliche Bevorzugung von Privatpatienten. Während diese schnell einen Termin bekommen, müssen gesetzlich Versicherte bisweilen Monate auf einen Facharzttermin warten – so lautet jedenfalls der Vorwurf. Dabei sei die gesetzliche Krankenversicherung „das Rückgrat der flächendeckenden medizinischen Versorgung in Deutschland“, sagte Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. „Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass die 90 Prozent der Bevölkerung, die dieses System tragen, bei der Terminvergabe in Arztpraxen nicht benachteiligt werden.“ Um das Angebot zu verbessern, soll die Mindestanzahl an Sprechstunden auf 30 Stunden pro Woche festgelegt werden. Im Fall von Verstößen gegen diese Vorgabe soll es auch Sanktionen geben. 

Beifall kam von den Krankenkassen. „Wir unterstützten die aktuelle GKV-Forderung nach mehr Sprechstunden-Zeiten für gesetzlich Versicherte“, erklärte etwa der Chef der KKH in Hannover, Wolfgang Matz. Schließlich erlebten es Versicherte immer wieder, auf Termine insbesondere bei Fachärzten warten zu müssen. 

Dagegen nannte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen die Forderung „absurd“. Die meisten Ärzte würden ohnehin mehr als 30 Sprechstunden anbieten und in großem Umfang „unbezahlte Überstunden“ leisten, weil die Budgets ausgeschöpft sind. Als „inakzeptabel“ bezeichnete der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands die GKV-Forderung, da schon heute 15 bis 20 Prozent der Leistungen nicht vergütet würden. 

Dabei ist eine Zeitvorgabe für die Ärzte gar nichts Neues. Im Bundesmantelvertrag ist von mindestens 20 Sprechstunden die Rede, die ein Vertragsarzt jede Woche anbieten soll. Sanktionen sind allerdings in dem Vertrag nicht ausdrücklich vorgesehen.

Von Albrecht Scheuermann

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