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Nachrichten Wirtschaft VW kann seine beliebtesten Modelle nicht ausliefern
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00:15 02.09.2018
Golf-Montagelinie in Wolfsburg: Die Umstellung auf den Abgastest WLTP bringt auch die Produktion durcheinander. Quelle: dpa
Hannover

 VW kann aufgrund fehlender Abgas-Zertifikate zahlreiche Modelle nicht an seine Kunden ausliefern. Auch für die Bestseller Golf und Tiguan liegen aktuell noch keine Freigaben von den zuständigen Behörden vor, erklärte der Autobauer am Donnerstag. VW muss deshalb Fahrzeuge zwischenlagern, die Lieferzeiten verlängern sich um Wochen bis Monate.

Hintergrund ist die Umstellung der Abgastests vom alten NEFZ- auf das neue WLTP-Verfahren. Dieses führt zu realistischeren Angaben beim Spritverbrauch und Schadstoffausstoß. Alle Neuwagen, die vom 1. September an ausgeliefert werden, müssen den neuen Test absolviert haben und von den Behörden für den Verkauf freigegeben sein. „WLTP ist eine Herausforderung für die gesamte Branche, besonders für VW“, sagte Thomas Zahn, Vertriebsleiter der Marke, in einer Telefonkonferenz.

VW hatte schon vor Monaten angekündigt, dass einige Modelle den Umstellungstermin verpassen. Sie erfüllen nach Auskunft des Konzerns zwar die WLTP-Anforderungen, die erforderlichen Zertifikate liegen aber noch nicht vor. Nun teilte Zahn den aktuellen Stand mit: Zwei Tage vor dem Stichtag gibt es nur für die Hälfte der VW-Modellreihen eine Freigabe, und zwar für die Kleinwagen Up und Polo, den Passat, Passat Variant und Arteon sowie die Freizeitgeländewagen T-Roc und Touareg. Innerhalb dieser Modellreihen sind teilweise noch nicht alle Varianten freigegeben.

Für weitere sieben Modellreihen liegen dem Konzern noch keine WLTP-Zertifikate vor, darunter Golf, Tiguan, Touran und Sharan. Für den Golf erwarte man die Freigabe „in den nächsten Tagen“, sagte Zahn. Weitere würden bis Ende September folgen. In drei Monaten seien dann wieder fast alle Typen verfügbar. Der Vertriebschef betonte, dass alle beliebten Modelle trotzdem „durchgängig“ bestellbar blieben. Händler nähmen die Kundenwünsche auf und schlügen eventuell ein Modell mit leicht abweichender Ausstattung vor, das schneller lieferbar sei.

Bereits produzierte Autos, die noch nicht zertifiziert sind, lagert VW auf eigenen und angemieteten Parkplätzen zwischen, unter anderem auf dem noch nicht fertiggestellten Berliner Flughafen BER. Insgesamt müsse man weltweit voraussichtlich 200 000 bis 250 000 Autos zwischenparken, erläuterte Zahn. Mehr als 80 Prozent der aktuell geparkten Autos habe man auf Bestellung produziert und verkauft. Rabatte für den Abverkauf seien deshalb „definitiv nicht nötig“.

Der Vertriebschef betonte, dass alle beliebten Modelle trotzdem „durchgängig“ bestellbar bleiben. Händler würden die Kundenwünsche aufnehmen und eventuell ein Modell mit leicht abweichender Ausstattung vorschlagen, das schneller lieferbar ist.

Parkplätze am BER

Bereits produzierte Autos, die noch nicht zertifiziert sind, lagert VW auf eigenen und angemieteten Parkplätzen zwischen, unter anderem auf dem noch nicht fertiggestellten Berliner Flughafen BER. Insgesamt müsse man weltweit voraussichtlich 200.000 bis 250.000 Autos zwischenparken, erklärte Zahn. Über 80 Prozent der aktuell geparkten Autos habe man auf Bestellung produziert und verkauft. Rabatte für den Abverkauf seien deshalb „definitiv nicht nötig“.

Zahn erklärte, dass Kunden aufgrund der fehlenden WLTP-Freigaben einige Wochen länger auf ihr Fahrzeug warten müssten als üblich, in einigen Fällen sogar einige Monate länger. Üblicherweise –also ohne WLTP-Probleme – liefere VW die meisten Modelle innerhalb von zwei bis drei Monaten nach Bestellung aus.

Bis zu eine Milliarde Zusatzkosten

Nur in Einzelfällen würden Kunden aufgrund der längeren Wartezeiten stornieren, betonte Zahn. Die Auftragseingänge seien keineswegs eingebrochen. WLTP führe nur bei den Auslieferungszahlen zu einer „Delle“ im September und Oktober, man werde diese aber im November und Dezember wieder wettmachen.

Trotzdem verursachen die WLTP-Probleme hohe Kosten. Zum Beispiel, weil VW die Produktion umorganisieren und Parkplätze anmieten muss. Bereits zuvor hatte das Unternehmen erklärt, dass konzernweit Kosten in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro anfallen können.

VW erklärt die Umstellungsprobleme in erster Linie damit, dass die zuständigen Abteilungen und Labore bereits seit Jahren stärker ausgelastet sind als bei anderen Herstellern. Die Ingenieure und Tester mussten zum Beispiel auch Software-Updates für manipulierte Dieselmotoren entwickeln und prüfen.

Von Christian Wölbert

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