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Wirtschaft Tagesstreiks beginnen am Mittwoch
Nachrichten Wirtschaft Tagesstreiks beginnen am Mittwoch
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17:50 29.01.2018
Erste Warnstreiks wie hier bei Ford hatte es bereits in der vergangenen Woche gegeben.   Quelle: imago
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Hannover/Frankfurt

 Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen kommt es jetzt zu Streiks in der deutschen Metallindustrie. Auch in Norddeutschland laufen die Vorbereitungen, wie Bezirksleiter Meinhard Geiken am Montag in Hamburg mitteilte. Die IG Metall Küste will von Mittwoch bis Freitag in 30 Betrieben Tagesstreiks ausrufen. In Niedersachsen werden nach Angaben der IG Metall 15 Betriebe für 24 Stunden bestreikt. Derzeit laufen noch die Abstimmungen in den Belegschaften. 

Der Tarifstreik betrifft rund 3,9 Millionen Beschäftigte in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben in rund 250 Betrieben Abstimmungen in Gang gesetzt. Unter anderem soll der Lastwagenbauer MAN bestreikt werden. In Niedersachsen könnte es dem Vernehmen nach unter anderem den Autozulieferer KSM in Hildesheim treffen, der Gussteile aus Leichtmetall herstellt. 

Der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Volker Schmidt, bezeichnete das Verhalten der Gewerkschaft als „ganz und gar unverantwortlich“. Eine Einigung sei am Samstag durchaus möglich erschienen. Die erzielten Kompromisse habe dann aber der IG-Metall-Vorstand vom Tisch gewischt.  Die Forderungen der Gewerkschaft seien zum Teil unrechtmäßig. „ Wir werden daher zeitnah darüber entscheiden, noch diese Woche beim Arbeitsgericht Frankfurt ein Hauptsacheverfahren gegen den IG Metall-Vorstand anzustrengen.“ Auch andere regionale Arbeitgeberverbände haben Klagen wegen des umstrittenen Teillohnausgleichs angekündigt. Sollten dieses erfolgreich sein, könnte die Gewerkschaft zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet sein. . 

Für einen Tagesstreik reicht es, wenn die einfache Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder zustimmt, erläuterte eine Sprecherin der IG Metall. Eine automatische Fortsetzung der Warnstreiks in der kommenden Woche sei zunächst nicht geplant. Vielmehr seien die Geschäftsstellen angewiesen worden, die Urabstimmung für einen dann unbefristeten Flächenstreik in einem oder mehreren Tarifgebieten vorzubereiten für den Fall, dass es keine weiteren Einigungsversuche gebe. 

Streiks sind für die Unternehmen der Metallindustrie im Moment besonders schmerzhaft, weil sie oft stark ausgelastet sind und deswegen ohnehin schon Mühe haben, ihre Aufträge termingerecht abzuarbeiten. Schlimmstenfalls gingen die Tagesstreiks vom ersten Tag an an die Substanz, erklärte der Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander in Berlin: „Es entstehen Riesenschäden, weil alle Firmen in den langen Lieferketten betroffen sind.“ 

Die Gewerkschaft verlangt 6 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten und Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen einen Teilausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber bislang strikt ablehnen.  Sie halten diese Forderung nach einem Teillohnausgleich sogar für rechtswidrig, weil damit gegen den Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ verstoßen werde. Sollte die Forderung tatsächlich vor Gericht als rechtswidrig eingestuft werden, würde dies auch für die Streiks gelten, so dass die Arbeitgeber dafür dann Schadenersatz fordern können.  „Wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch, nicht vor Gericht“, hieß es jedoch bei Niedersachsenmetall.

Von Christian Ebner und Albrecht Scheuermann

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