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Wirtschaft Mitarbeiter legen Renk für 24 Stunden lahm
Nachrichten Wirtschaft Mitarbeiter legen Renk für 24 Stunden lahm
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00:18 03.02.2018
24-Stunden-Warnstreik bei Renk Quelle: Wölbert
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Hannover

 Nico Lopopolo hat schon viele Arbeitskämpfe mitgemacht. Seit 1984 arbeitet er bei Renk, seit 1994 ist er Betriebsratsvorsitzender. „Trotzdem ist heute ein extrem besonderer Tag“, sagt er am Mittwoch vor dem Werkstor, gegenüber dem Messegelände in Hannover. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik streiken Metaller ohne vorherige Urabstimmung für 24 Stunden am Stück. Die IG Metall will damit die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen schneller und stärker unter Druck setzen als früher.

Lopopolo und seine Kollegen gehören zu den ersten, die dabei mitmachen. „Der Zuspruch ist riesig, das Werk leergefegt“, berichtet der Betriebsrat. Rund 220 von insgesamt 350 Beschäftigten hätten sich dem Streik angeschlossen. Der Rest habe Urlaub, sei krank oder übernehme einen Notdienst im Werk, zum Beispiel aus Brandschutzgründen. Die Maschinen stehen still. Wo sonst Kupplungen und Lager für Motoren vom Band laufen, passiert bis Donnerstagmorgen um 6 Uhr nichts.

„Die Arbeitgeber wollen ja auch wissen, wie viele Beschäftigte wirklich hinter den Forderungen stehen“, erklärt Lopopolo. Die hohe Beteiligung heute sei deshalb sehr wichtig. Sie überrasche allerdings nicht: Die IG Metall sei bei Renk schon immer stark gewesen. Im Moment seien 87 Prozent der Kollegen dort Mitglied. 

„Abmahnung würde mich nicht jucken“

Lopopolos Kollegen wirken am Mittwoch enorm selbstbewusst. Angst vor Ärger vom Chef? Ein schlechtes Gewissen wegen der Produktionsausfälle? „Selbst eine Abmahnung würde mich nicht jucken“, sagt ein junger Mann, der mit drei Kollegen zusammensteht. „Wir machen uns keine Sorgen. Wir wissen, dass wir gebraucht werden.“ Den Vier ist klar: Der Arbeitsmarkt für qualifizierte Metaller ist leergefegt. Sie können es sich leisten, mehr zu verlangen.

Sie betonen, dass es ihnen nicht in erster Linie ums Geld geht. Die von der IG Metall geforderte Möglichkeit, eine Zeit lang nur 28 Stunden pro Woche zu arbeiten, sei ihnen ebenfalls wichtig. Vor allem für die Pflege von Angehörigen. „Wir wissen, was wir unseren Eltern schuldig sind“, sagt der junge Mann. „Die warten nicht, bis wir 67 sind.“ Ein älterer Kollege erzählt, dass seine 80-jährige Mutter allein lebt. Falls sie krank werde, brauche er mehr Zeit für sie.

Auch die Klage des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall gegen die Gewerkschaft verunsichert die Streikenden nicht. Der Verband hält die von der IG Metall geforderten Zuschüsse für bestimmte Gruppen von Beschäftigten für rechtswidrig. Doch Nico Lopopolo meint, dass es ähnliche Zuschüsse in den 90er-Jahren schon einmal gab, mit Zustimmung der Arbeitgeber. „Die Klage macht uns keine Sorgen“, sagt er.

Unklar bleibt am Mittwoch, wie der Vorstand von Renk den Streik sieht und wie viel Geld die Aktion die Firma kostet. Die Pressestelle in der Zentrale in Augsburg antwortet auf eine Anfrage der HAZ nicht.

Von Christian Wölbert

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