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Neue Bult

Jockey Wladimir Panov führt rassige Rennpferde zu Erfolgen

Pferde mit Temperament: Wladimir Panov arbeitet als Rennreiter auf der Neuen Bult in Langenhagen. Für seine Arbeit benötigt er Härte, Disziplin und Furchtlosigkeit.
Den nächsten Renntag im Blick: Wladimir Panov reitet am Sonntag auf der Neuen Bult.

Den nächsten Renntag im Blick: Wladimir Panov reitet am Sonntag auf der Neuen Bult.

© Christian Behrens

Angst ist kein guter Ratgeber – auch nicht in einem Beruf wie dem des Jockeys, in dem Unfälle mit den Pferden nicht selten passieren. „Stürze gehören dazu“, sagt Wladimir Panov, der als Rennreiter auf der Neuen Bult in Langenhagen tätig ist. Der 29-Jährige weiß, wovon er spricht, auch wenn er selbst von „gravierenden Verletzungen“ bisher verschont geblieben ist. „Den Ellbogen habe ich mir allerdings schon bei einem Unfall gebrochen“, sagt Panov. Dennoch sollten die Pferde, die er reitet, schon ein gewisses Temperament haben. „Die ganz ruhigen liegen mir nicht.“

Eine gewisse Härte und Disziplin sind unerlässlich für Jockeys – in mancher Beziehung. Beispielsweise beim Gewicht. Panov wiegt idealerweise 52 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,64 Meter, jedenfalls muss er diese Marke an den Renntagen erreichen, um mit dem entsprechenden Pferd die optimale Leistung zu bringen. „Ich passe schon auf die Ernährung auf“, sagt der Rennreiter. „Das fällt mir aber nicht so schwer, da ich ohnehin Fisch und Salat bevorzuge.“ Und sollte es eng werden mit den 52 Kilogramm zu den Rennen hin, setzt er auf konservative Methoden, um überschüssiges Gewicht loszuwerden: „Laufen und gegebenenfalls auch Saunagänge.“

Panov ist trotz seiner Jugend im Sattel schon ein alter Hase. „Mit 13 Jahren habe ich das erste Mal auf einem Rennpferd gesessen“, erzählt der gebürtige Russe. Seine Mutter trainierte im Kaukasus Araberpferde, so kam er nahezu zwangsläufig mit den Tieren und seinem späteren Beruf in Kontakt, den er seit fast zehn Jahren in Langenhagen ausübt. Dabei reitet der gebürtige Russe vorwiegend Pferde des Trainers Hans-Jürgen Gröschel. Er darf aber bei freien Kapazitäten mit Tieren anderer Trainer in die Rennen gehen, „das ist Verhandlungssache“. Auf diese Weise ist er zumindest von März bis November fast jedes Wochenende im Sattel. Auch der kommende Sonntag bildet keine Ausnahme: Drei, vier Rennen wird Panov wohl beim 5. Renntag des Hannoverschen Rennvereins (1. Start um 13.30 Uhr, der Bauernmarkt beginnt bereits um 12 Uhr) bestreiten.

Die Karrierebilanz des Jockeys kann sich übrigens sehen lassen. 266 Siege feierte Panov bisher in Amateur- und Profirennen, und diese Erfolgsserie soll natürlich noch ausgebaut werden. „Ich werde schon noch einige Zeit aktiv sein, allerdings nicht als ganz alter Haudegen“, sagt Panov, zumal er sich den Traum eines jeden Jockeys noch nicht erfüllt hat: „Einmal im Deutschen Derby zu starten.“

Angst kennt Panov übrigens auch in seinem liebsten Hobby nicht. Er fährt leidenschaftlich Ski und Snowboard, „das habe ich in den heimischen Bergen gelernt“. Und bisher ist auch auf der Piste alles gut gegangen.

Carsten Schmidt


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