Muss auf seine Rückkehr in die Nationalmannschaft noch warten: Robert Enke.
Bundestrainer Joachim Löw nominierte die Offensivkräfte Hunt von Werder Bremen und Müller von Bayern München für die Länderspiele am 14. November in Köln gegen Chile (20.30 Uhr/live im ZDF) und am 18. November in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste (20.45/live in der ARD). Im 24-köpfigen Aufgebot steht wie erwartet auch der zweimalige Nationalspieler Stefan Kießling, der die Bundesliga-Torschützenliste nach dem elften Spieltag mit sieben Treffern anführt. Der Stürmer von Bayer Leverkusen hatte sein letztes Länderspiel im DFB-Trikot im Februar 2009 bestritten.
Bevor Müller zum A-Team stößt, steht er noch bei der U21 in der Pflicht, die am 13. November in der EM-Qualifikation gegen Nordirland in Belfast antritt. Einen Tag später soll der 20-Jährige zur Löw-Elf nachreisen. „Thomas soll bei uns einfach mal drei, vier Tage reinschnuppern, um die Atmosphäre in der Nationalmannschaft kennen zu lernen. Es ist Teil unseres Konzepts und so auch mit U21-Trainer Rainer Adrion abgesprochen, dass er aber zunächst das wichtige EM-Qualifikationsspiel in Belfast bestreitet und dort Verantwortung übernehmen soll“, sagte Löw.
Der Bundestrainer stellte zudem dem zweiten Neuling Hunt einen Einsatz in Aussicht. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, ihm eine Chance zu geben. Aaron hat in dieser Saison sehr konstant gespielt und mit guten Leistungen einen Schritt nach vorne gemacht“, lobte Löw den 23-Jährigen.
Als dritter Torwart neben dem Bremer Tim Wiese, der laut Absprache gegen Chile erstmals von Anfang an bei der Nationalmannschaft zum Einsatz kommen soll, und dem Schalker Manuel Neuer wurde der Leverkusener Rene Adler eingeladen. Dabei sah es so aus, dass die Nummer 1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vom Pech verfolgt bleiben würde, und zwar unabhängig davon, wer im deutschen Torhüter-Konkurrenzkampf gerade die Nase vorn hat. In der Vergangenheit profitierte mal Leverkusens Rene Adler vom Krankheits- und Verletzungspech des 96-Keepers Robert Enke, dann war es wieder umgekehrt.
Am Donnerstag gab es die nächste Wende der kuriosen Geschichte: Adler leidet an einer Augenentzündung, er wird deshalb am heutigen Freitag im Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr) fehlen und wahrscheinlich auch in den beiden Nationalelf-Testspielen in Köln gegen Chile (14. November) sowie in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste (18. November) nicht zur Verfügung stehen. Aber jetzt hat ihn Löw erst einmal nominiert, und für Enke heißt es weiter, auf die Rückkehr zu warten. Sorgen um seine WM-Nominierung muss er sich aber nicht machen. Dass er einer der drei deutschen Torhüter für Südafrika ist, gilt unter Experten als unstrittig. Adler und Enke – Fitness und Gesundheit vorausgesetzt – dürften gesetzt sein, erwartet wird lediglich ein Zweikampf um den dritten Platz zwischen Neuer und Wiese.
Wieder im Kader steht der Stuttgarter Abwehrspieler Serdar Tasci, der für die beiden WM-Qualifikations-Begegnungen mit Russland und Finnland kurzfristig wegen Verletzung absagen musste. Dagegen fehlen diesmal aus dem Kreis der für die beiden Oktober-Länderspiele nominierten Akteure die verletzten Simon Rolfes (Bayer Leverkusen) und Cacau vom VfB Stuttgart.
Der Kader für die Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste:
Tor: Rene Adler (Bayer Leverkusen), Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)
Abwehr: Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (Schalke 04)
Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea), Christian Gentner (VfL Wolfsburg), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Aaron Hunt (Werder Bremen), Marko Marin (Werder Bremen), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)
Angriff: Mario Gomez (Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Miroslav Klose (Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln)
sid/Heiko Rehberg
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