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Weltmeisterschaft

Fußball-Missionar Aris auf Weltreise

16.000 Kilometer Wegstrecke, 27 Stationen, ein Talisman: Andrew Aris befindet sich seit gut einem Monat auf einer Weltreise im Zeichen des Fußballs, die ihn von London nach Johannesburg führen soll.
Fußball-Missionar Andrew Aris spielt mit Kinder auf einem Fußballplatz in Dakar.

Fußball-Missionar Andrew Aris spielt mit Kinder auf einem Fußballplatz in Dakar.

© dpa (Archiv)

Der ehemalige Spieler des FC Rot-Weiß Erfurt absolviert sein persönliches Äquivalent zum olympischen Fackellauf und will noch vor dem Anpfiff der WM am 11. Juni in Südafrika ankommen. „Mein großer Traum wäre es, wenn man das erste Spiel mit unserem Ball eröffnen würde. Die Chancen stehen aber nicht so gut“, sagt Aris nach ersten Anfragen beim Fußball-Weltverband (FIFA). Da der Verband in „adidas“ einen Partner hat, der den offiziellen Spielball bereits seit 1970 beisteuert, gehen die Aussichten gegen Null.

Bis zur Eröffnungszeremonie möchte der Neuseeländer rund 100.000 Autogramme auf seinem in Kenia handgefertigten Fußball gesammelt haben. „Jede Unterschrift ist gleich. Es geht um die Kraft des Fußballs als globale Sprache“, erzählt der 32-Jährige, der sich gerade auf seiner elften Etappe im afrikanischen Mali befindet. Die jüngste Unterschrift stamme von einem Säugling, die älteste von einem 80-Jährigen. In Mailand hat sich beispielsweise Brasiliens Nationaltorwart und Inter-Keeper Julio Cesar auf dem Leder verewigt.

Am 24. Januar war Aris’ Anstoß in London. Begleitet wird der Absolvent der Erfurt School of Public Policy (ESPP) im Wechsel von drei Kollegen. Zwei von ihnen, Phil Wake und Christian Wach, riefen das Projekt „The Ball“ vor der WM 2002 ins Leben. Damals pilgerten sie rund 11.000 Kilometer bis nach Südkorea und Japan. „Ich war von dieser Idee begeistert“, sagt Aris. Als neuer „Fackelträger“ ist er geradezu prädestiniert: 2005 gründete er den Verein „Spirit of Football“, der den Ballsport als Mittel zur Förderung von Menschenrechten und zur Prävention von Gewalt betrachtet.

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut hält Aris, dessen Tour von privaten Sponsoren unterstützt wird, Vorträge an Schulen und Universitäten. Zudem ist er bei Bürgermeistern und Ministern zu Gast. „Verständigung, Spaß, Teamgeist - das kann dieser Sport vermitteln. ’The Ball’ soll dafür Türen öffnen“, erzählt der ehemalige U 20- Nationalspieler, der seit sechs Jahren in Erfurt lebt. Seiner alten Heimat drückt er für die WM jedenfalls die Daumen. „Ich wünsche ihnen alles Gute, aber mehr als ein Punkt ist wohl nicht drin“, meint Aris über den krassen Außenseiter Neuseeland.

So viel Freude Aris das Treffen mit Einheimischen oder das spontane Fußballspielen mit ihnen bereitet - etwas fehlt ihm. „Ich vermisse meinen Sohn Paul“, meint er mit belegter Stimme. Gegen die Einsamkeit hat ihm der Dreijährige, der bei seiner Mutter geblieben ist, aber einen Talisman mitgegeben: einen Plüschvogel, der das Trikot des FC Liverpool trägt. Und dessen Fan-Hymne ist weltberühmt: „You’ll never walk alone“ - „Du wirst niemals alleine gehen“.

dpa


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