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Olympia 2016
Jetzt geht‘s für Breitbarth um olympische Medaillen

Olympia: Judo Jetzt geht‘s für Breitbarth um olympische Medaillen

Rio de Janeiro. Die Teilnahme an der Eröffnungsfeier, das Leben im Olympischen Dorf - André Breitbarth ist längst in Rio de Janeiro angekommen. „Ich habe mich gut eingelebt“, sagt der 26-Jährige für den am Freitag kurz vor 16 Uhr unserer Zeit der größte Tag seiner Judo-Karriere beginnt.

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Lust auf Olympia: Der Leiferder André Breitbarth (l.) mit seinen Judo-Kollegen bei der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion.

In der 10.000 Zuschauer fassenden Carioca Arena 2 geht es für das Schwergewicht um eine Medaille.

Der angehende Polizeikommissar genießt das Leben im Olympischen Dorf. „Es gibt zwar mal einen Stromausfall oder einen kleineren Wasserschaden, aber die Brasilianer sind bemüht, schnell zu helfen“, sagt Breitbarth, dem schon US-Schwimmstar Michael Phelps oder der serbische Tennisstar Novak Djokovic über den Weg liefen.

Auch von der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion war der Leiferder angetan: „Es war emotional. Wir sind ja als eine der ersten Nationen ins Stadion gekommen, da war die Begeisterung riesig - und als das Olympische Feuer entzündet wurde, war das einfach ein cooler Moment.“

Heute wird‘s für ihn sportlich ernst. Zum engsten Favoritenkreis gehört er nicht, doch chancenlos sieht sich der sympathische 1,91-Meter-Hüne nicht. „Es hängt natürlich einiges von der Auslosung ab, aber am liebsten will ich etwas mit nach Hause nehmen“, sagt Breitbarth.

Er wollte erst gestern erstmals einen Blick aufs Tableau werfen, dürfte sich gefreut haben, dass er Teddy Riner lange aus dem Weg geht. Der 27-jährige Franzose ist seit 2011 bei großen Meisterschaften unbesiegt.

Doch natürlich gibt‘s auch in Breitbarths Pool große Stolpersteine. In seinen Auftaktkampf gegen den Kirgisen Iurii Krakovetskii geht der WM-Fünfte als Favorit, dann allerdings schlüpft der Leiferder wohl in die Rolle des Außenseiters.

In Runde zwei dürfte nämlich der Weltranglisten-Dritte Iakiv Khammo warten. Gegen den Ukrainer, ein Linkskämpfer, hatte Breitbarth, der die Rechtsauslage bevorzugt, zuletzt beim Grand Slam in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) im vergangenen November verloren. Heute werden die Karten neu gemischt. Gewinnt Breitbarth das Duell, ist alles möglich. „Er hat einen unbedingten Willen zum Sieg“, sagt Landestrainer Sven Loll. „Und er kann über die eigene Schmerzgrenze hinaus gehen, den inneren Schweinehund überwinden.“

Außerdem kann sich der 125-Kilo-Mann der Unterstützung seines Heimatdorfes Leiferde sicher sein. Und: Mutter Susanne, Vater Wolfgang und Schwester Ann-Kathrin drücken ihrem André live vor Ort die Daumen. Der ruht trotz des größten Tages seiner Karriere völlig in sich: „Hibbelig bin ich nicht, sondern entspannt.“ Doch auf der Matte will er heute explodieren.

von Maik Schulze

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