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NBA-Playoffs: Das Duell der Superstars

Teams der Deutschen nur Außenseiter NBA-Playoffs: Das Duell der Superstars

Das Duell zweier Basketball-Superstars steht zu Beginn der NBA-Playoffs im Mittelpunkt. Nur Außenseiterchancen haben die Teams der beiden Deutschen.

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Historische Saison: Russell Westbrook von den Oklahoma City Thunder gelangen 42 Triple Doubles. In die NBA-Playoffs geht seine Mannschaft aber nur als Außenseiter.

Quelle: dpa

Oklahoma City. Die besten Basketballer der Welt haben etwas von Zauberern. Mit filigranen Bewegungen bringen sie das Publikum zum Staunen, ihre Tricks wirken oft wie von einem anderen Stern und manchmal gelingen ihnen Kunststücke, die sie unvergesslich werden lassen. Russell Westbrook hat solch ein Kunststück geschafft: Als erster Spieler überhaupt erreichte der Aufbauspieler der Oklahoma City Thunder  in 42 Partien ein Triple Double, also zweistellige Werte in drei verschiedenen Kategorien. Dass es unter Fans trotzdem Diskussionen gibt, wer zurzeit der aufregendste Basketballer des Planeten ist, liegt an den ebenso historischen Leistungen von James Harden von den Houston Rockets – der Spielplan will es jetzt, dass beide in den am Samstag startenden NBA-Playoffs aufeinandertreffen. Die Zuschauer dürfen sich auf magische Momente freuen.

Das Duell der Ballzauberer

Die Playoff-Serie der Houston Rockets gegen die Oklahoma City Thunder lässt sich tatsächlich auf das Duell der Ballzauberer James Harden und Russell Westbrook reduzieren, so sehr sind die Mannschaften von ihren Superstars abhängig. Westbrook beendete die reguläre Saison mit 31,9 Punkte pro Spiel, 10,7 Rebounds und 10,4 Korbvorlagen – eine Zahlenreihe, die ihm einen Platz in den NBA-Geschichtsbüchern garantiert. Dabei stand die Saison für den 28-Jährigen unter keinem guten Stern: In der Sommerpause verließ NBA-Superstar Kevin Durant die Thunder in Richtung Golden State, viele Experten glaubten nicht einmal an eine erneute Playoff-Teilnahme des Teams. Doch die Kritiker hatten Westbrook unterschätzt: Fast im Alleingang führte er seine Mannschaft zu 47 Siegen, Platz 6 in der starken Western Conference.

Noch beeindruckender sind aber Westbrooks persönliche Leistungen: Anfang der Woche gelang ihm zum 42. Mal in dieser Saison ein Triple Double, damit brach er den Uralt-Rekord von NBA-Legende Oscar Robertson aus der Saison 1961/1962. Angesichts solcher Leistungen sollte sich die Frage nach dem MVP, dem wertvollsten Spieler der Liga, erübrigen. Eigentlich. Denn Westbrooks Konterpart James Harden glänzte mit ebenso traumhaften Statistiken: Er ist der erste Spieler der NBA-Historie, der selbst mehr als 2000 Punkte in einer Saison erzielte und gleichzeitig die Vorlagen zu über 2000 Punkten seiner Mitspieler gab. Während Westbrook beim Rennen um den MVP-Titel Favorit ist, sehen die Buchmacher in den Playoffs James Harden und seine Rockets im Vorteil.

Die Favoriten im Westen

Der Weg zum NBA-Titel führt in der Western Conference allerdings nur über die Golden State Warriors. Die mussten im letzten Saisonviertel verletzungsbedingt auf ihren Neuzugang Kevin Durant verzichten, trotzdem gewann das Team um den zweimaligen MVP Stephen Curry 67 Spiele, mit Abstand die meisten in der NBA. Rechtzeitig zu den Playoffs meldete sich Durant am vergangenen Wochenende auf dem Parkett zurück, außerdem kann sich der Vorjahresfinalist auf eine brillante Offensive und eine starke Verteidigung verlassen – die erste Playoff-Runde gegen die Portland Trail Blazers dürfte schnell vorbei sein.

Bessere Chancen, den Warriors ein Bein zu stellen, können sich neben den Houston Rockets vor allem die San Antonio Spurs ausrechnen: Der tiefe Kader und ein auf beiden Seiten des Spielfelds überragender Kawhi Leonard sorgen dafür, dass die Texaner auch nach dem Rücktritt von Superstar Tim Duncan zu den Besten im Westen gehören.

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Die Paarungen

Eastern Conference
Boston Celtics (1) gegen Chicago Bulls (8)
Cleveland Cavaliers (2) gegen Indiana Pacers (7)
Toronto Raptors (3) gegen Milwaukee Bucks (6)
Washington Wizards (4) gegen Atlanta Hawks (5)

Western Conference
Golden State Warriors (1) gegen Portland Trail Blazers (8)
San Antonio Spurs (2) gegen Memphis Grizzlies (7)
Houston Rockets (3) gegen Oklahoma City Thunder (6)
L.A. Clippers (4) gegen Utah Jazz (5)

Die Favoriten im Osten

In der Eastern Conference scheint das Rennen um den Finaleinzug so offen wie lange nicht. Erst im letzten Saisonspiel sicherten sich die Boston Celtics die Top-Platzierung, der große Wurf wird der Mannschaft aber von vielen trotzdem nicht zugetraut: Boston hat mit Isaiah Thomas, dem kleinsten Spieler der NBA, zwar einen spektakulären Ballzauberer, dem im Schnitt gut 29 Punkte pro Spiel gelingen, es fehlt aber an der Konstanz und einem weiteren Superstar für die entscheidenden Momente. Fragezeichen umgeben auch das einzige Team aus Kanada: Nach dem Aus im Halbfinale im vergangenen Jahr wollten die Toronto Raptors diesmal den nächsten Schritt machen, verstärkten sich im Saisonverlauf mit Forward Serge Ibaka aus Orlando. Umso bitterer war es, dass sich Star-Aufbauspieler Kyle Lowry in der entscheidenden Saisonphase verletzte. Der absolvierte zwar zuletzt eine Handvoll Spiele, ist aber noch nicht in Top-Form.

Dass Titelverteidiger Cleveland um Mega-Star LeBron James trotzt schwächelnder Konkurrenz nicht haushoher Favorit im Osten ist, liegt vor allem an zwei Faktoren: der Defensive der Cavaliers, die an manchen Abenden löchrig wie ein Schweizer Käse ist, und an zahlreichen Verletzungen – die Wunschformation stand nur in 27 Spielen auf dem Feld. Glaubt man den Buchmacher in Las Vegas, sollte man trotzdem auf das Team von LeBron James setzen. Erst recht zum Playoff-Start gegen die Indiana Pacers.

Die Deutschen

Krasse Außenseiter sind die Teams der beiden Deutschen in den Playoffs. Aufbauspieler Dennis Schröder trifft mit seinen Atlanta Hawks auf die favorisierten Washington Wizards, spuckte im Vorfeld allerdings große Töne: „Wir können jeden schlagen, der uns in die Quere kommt“, sagte der gebürtige Braunschweiger im amerikanischen Fernsehen. Gute Playoff-Leistungen würden dem Image Schröders, das durch etliche Querelen im Saisonverlauf gelitten hat, gut tun.

Erst im letzten Spiel überhaupt schafften die Chicago Bulls mit Paul Zipser die Qualifikation für die Playoffs, der früherer Profi des FC Bayern München überzeugte mit 21 Punkten, darunter fünf Dreiern. „Ich bin sehr zufrieden mit ihm, er hat auf einem sehr hohen Level gespielt“, sagte Bulls-Coach Fred Hoiberg über den Deutschen. Chicago trifft in den Playoffs auf die Boston Celtics, für Liga-Neuling Zipser, der zuletzt von der Bank kam, ist dabei jede Minute Einsatzzeit eine tolle Erfahrung. Ein Weiterkommen ist unrealistisch.

Westbrook hofft auf märchenhaftes Ende einer historischen Saison

Höhere Ziele hat Russell Westbrook. Vor dem letzten Saisonspiel ehrten ihn die Thunder für seine phänomenalen Leistungen, unter den Zuschauern war auch NBA-Legende Oscar Robertson, dessen Triple-Double-Rekord Westbrook gebrochen hat. „Er hat Historisches geleistet. Ihr solltet stolz auf ihn sein“, sagte Robertson unter dem Jubel der Fans. Westbrook hätte sicher nichts dagegen, auch Ende Juni in seiner Heimat gefeiert zu werden, dann als NBA Champion. Es wäre das märchenhafte Ende einer magischen Saison.

Von Sebastian Heintz

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