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Niedersachsen „Zusätzlicher Feiertag ist kein Standortnachteil“
Nachrichten Politik Niedersachsen „Zusätzlicher Feiertag ist kein Standortnachteil“
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00:40 16.05.2018
Bernd Althusmann (CDU), Niedersächsischer Wirtschaftsminister
Hannover

Herr Minister Althusmann, am Mittwoch wird sich erstmals der Landtag mit einem neuen gesetzlichen Feiertag beschäftigen, es steht eine muntere Diskussion um den Reformationstag bevor..

Ja, dass sie so munter ist, hängt auch mit dem vorangegangenen Wahlkampf zusammen. Und sie zeigt, dass wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Aber wir stehen da im Wort und der Vorschlag der Landesregierung, den Reformationstag zum neuen Feiertag zu machen, ist wohl überlegt und abgewogen. Für uns als CDU war wesentlich, dass es sich um einen kirchlichen Feiertag handelt. Das wirklich Herausragende der Reformation ist doch, dass sie die religiöse Freiheit jedes Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat. Und die Feiern des Reformationstages im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass er ein Tag der Ökumene und der Verständigung zwischen verschiedenen Konfessionen und Religionen und war und keiner, der gegen eine andere gerichtet ist.

Nun kommt heftige Kritik von den Jüdischen Gemeinden, vor allem von Michael Fürst, der Luther als Antisemiten sieht. Überzieht er damit?

Wer den Reformationstag nur als Luther-Tag betrachtet, springt zu kurz. Zweifelsfrei existierte auch die dunklen Seite des Reformators. Der Reformationstag ist aber kein Luther-Gedenktag, sondern wesentlich umfassender. Die Reformation hat unsere Geistesgeschichte, unsere Werte, unser Bildungswesen maßgeblich über 500 Jahre geprägt. Angesichts von vier Millionen Protestanten in unserem Bundesland ist der Reformationstag ein sehr niedersächsischer Tag - und einer, den wir fröhlich feiern sollten.

Die Fröhlichkeit wird von der Wirtschaft nicht geteilt, die eher zusätzliche Kosten auf sich zurollen sieht...

Wenn ich Bayern mit dreizehn Feiertagen sehe und Niedersachsen mit derzeit neun, kann ein zusätzlicher Feiertag nicht wirklich einen Standortnachteil bedeuten. Als Wirtschaftsminister habe ich die Argumente der Wirtschaft gegen einen zusätzlichen Feiertag ernsthaft geprüft, die Auswirkungen werden voraussichtlich bei rund 0,12 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts liegen. Das aktuelle Wachstum kompensiert dies aber zusätzlich. Wichtig ist, dass wir einen gemeinsamen norddeutschen Feiertag bekommen, der nicht immer auf einen Werktag fällt, übrigens 2020 auf einen Samstag. In Zeiten großer Unsicherheiten wie diesen scheint es mir zudem wichtig, dass wir uns auf unsere christlichen Werte besinnen. Auf das, was uns zusammenhält. Da ist der Reformationstag ein guter und ermutigender Tag.

Von Michael B. Berger

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