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Niedersachsen CDU fordert Tempolimit für Stadtbahnen
Nachrichten Politik Niedersachsen CDU fordert Tempolimit für Stadtbahnen
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00:38 06.04.2018
Zuletzt war am Ostermontag in Ahlem ein Auto mit einer Stadtbahn der Linie 10 kollidiert. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

 Nach mehreren Unfällen mit Stadtbahnen am Osterwochenende fordert die CDU im Stadtrat einen Runden Tisch zur Klärung der Ursachen einer zumindest gefühlten Häufung. Die will der CDU-Verkehrspolitiker Felix Blaschzyk „in den vergangenen Monaten“ beobachtet haben. „Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf im Interesse der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, aber auch zum Schutz der Beschäftigten der Üstra,“ erklärte Blaschzyk am Dienstag. Er forderte eine „umgehende Problemanalyse“ und schlug dafür einen Runden Tisch vor, an dem Vertreter der Üstra, der Polizei, der Bauverwaltung und Verkehrssicherheitsexperten zusammenkommen sollen.  

Allein an den Ostertagen hatte es vier Unfälle mit Stadtbahnen gegeben. Am Karfreitagmorgen starb ein 24-Jähriger, als er an der Haltestelle Leibniz-Universität von einer Bahn überfahren wurde.  Ersten Ermittlungen zufolge lag der junge Mann auf den Gleisen. 

Ebenfalls am Karfreitag war in Groß-Buchholz ein Autofahrer leicht verletzt worden,  als sein Auto beim Abbiegen auf der Buchholzer Straße mit einer Stadtbahn der Linie 7 kollidierte. Am Gründonnerstag war der Schauspieler Hakan Orbeyi bei einem Unfall veletzt worden: Er war in Stöcken unterwegs, als sein Auto mit einer Bahn der Linie 4 zusammenstieß.  Der 46-Jährige wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Zuletzt war ein 79-Jähriger Opelfahrer schwer verletzt worden, weil er beim Abbiegen offenbar eine Stadtbahn der Linie 10 in Ahlem übersah.

Die Üstra hält nichts von dem Vorschlag der CDU – weil es laut Unternehmenssprecher Udo Iwannek ein ähnliches Gremium bereits gibt. An der Unfallkommission, die nach schweren und tödlichen Unfällen zusammentritt, sind laut Iwannek Verkehrs- und Sicherheitsexperten von Stadt, Polizei, Infra und Üstra beteiligt.

Üstra: Zahl der Unfälle nicht gestiegen  

Dass die Unfallzahlen gestiegen sind, bestreitet Iwannek. „Die Statistik weist dieses nicht aus.“ Und wenn es Unfällen unter Beteiligung der Üstra gebe, ist die Hauptursache „laut übereinstimmender Meinung aller Experten mangelnde Umsicht und Aufmerksamkeit von verunglückten Verkehrsteilnehmern“. Er habe, so Iwannek, „bereits auf die zunehmende Ablenkung durch Smartphones und Kopfhöhrer hingewiesen“. 

Mit der Arbeit der Unfallkommission ist Blaschzyk nicht zufrieden. „Was ist denn in den vergangen Jahren passiert? Der Ratspolitik ist jedenfalls nichts darüber bekannt.“ Er fordert „mehr Transparenz und eine breitere öffentliche Debatte“ über die Ergebnisse der Unfallkommission. 

CDU: Tempolimits an gefährlichen Stellen

Der CDU-Ratsherr macht zugleich einen konkreten Vorschlag: „Wir sollten Tempolimit für Stadtbahnen da prüfen, wo viele Fußgänger die Gleise überqueren.“ Außerdem bringt er „farblich markante Aufmalungen am Boden“ ins Spiel, um Fußgänger vor querenden Bahn zu warnen.

Üstra-Sprecher Iwannek erklärte zu den Vorschlägen, sie hätten allesamt die Unfälle des Osterwochenendes nicht verhindert. Im übrigen prüfe die bestehende Unfallkommission genau solche Vorschläge. 

111 Unfälle im Jahr 2017

Im vergangenen Jahr haben sich in Hannover 111 Unfälle ereignet, an denen Stadtbahnen beteiligt waren – eine Steigerung zum Vorjahr um 15 Fälle. Bei den Unfällen 2017 kamen vier Menschen ums Leben. 74 weitere wurden bei Unfällen verletzt. 2016 hatte es lediglich einen Stadtbahn-Toten zu beklagen gegeben. 

In diesem Winter hatte es bereits mehrere tödliche Unfälle gegeben:  Zuletzt war Ende Januar in Wülfel ein 28-Jähriger von einer Bahn überrollt worden. Immer wieder machen sich Polizei und Unfallforscher Gedanken,  wie es zu schweren Unfällen mit Stadtbahnen kommt – nicht nur in Hannover.

Von Karl Doeleke

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