Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Niedersachsen So steht es um die Unterrichtsversorgung
Nachrichten Politik Niedersachsen So steht es um die Unterrichtsversorgung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 03.03.2017
Der Pflichtunterricht an niedersächsischen Schulen sei nach Frauke Heiligenstadt gesichert. Quelle: dpa
Hannover

Haupt- und Oberschulen in Niedersachsen tragen oft besonders große Lasten: Sie haben die meisten Schüler mit Handicap und viele Schüler mit geringen oder gar keinen Deutschkenntnissen – trotzdem sind sie am schlechtesten mit Lehrern ausgestattet. Das geht aus den Zahlen zur Unterrichtsversorgung hervor, die Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) gestern vorgelegt hat.

Demnach lag die Unterrichtsversorgung im August 2016 – also zu Beginn des laufenden Schuljahres – an Förderschulen bei 95  Prozent, an Hauptschulen bei 96,3 Prozent und an Oberschulen bei 95,9 Prozent. Noch schlechter sah es an den Berufsbildenden Schulen aus, die nur zu 88,1 Prozent versorgt sind. Gesamtschulen kamen bei der Erhebung auf 98,8  Prozent, Gymnasien auf 99,8   Prozent. Am besten schnitten die Grundschulen mit 100,8 Prozent ab.

Die Ministerin ist zufrieden

Ob alle Kinder, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, diese Unterstützung auch bekommen, ist noch unklar, weil Lehrer generell fehlen, Sonderpädagogen aber im Besonderen. Die entsprechenden Zahlen will das Ministerium in den nächsten Wochen auswerten.

Die Unterrichtsversorgung gibt an, zu welchem Prozentsatz der vorgesehene Unterricht und zusätzliche Lehrerstunden für Inklusion, Ganztagsschule und Sprachförderung abgedeckt werden können. Der kurzfristige Ausfall von Schulstunden wegen der Erkrankung von Lehrern ist in dem Wert nicht eingerechnet.

Angesichts des Flüchtlingszustroms und des Lehrermangels sprach Heiligenstadt insgesamt von einem „richtig guten Ergebnis“. Im Schnitt erreichten die Schulen eine Unterrichtsversorgung von 98,9 Prozent. Das dürfe auch im zweiten Halbjahr so sein, sagte die Ministerin.

Seit 2013 habe sich die Zahl
der Sprachlernklassen auf rund 700 verzehnfacht. Für den Sprachunterricht seien umgerechnet
2300 volle Lehrerstellen an den allgemeinbildenden Schulen nötig. Ohne die Zuwanderung hätte die Unterrichtsversorgung bei
 103 Prozent gelegen, sagte Heiligenstadt. Die Opposition warf der Ministerin Schönrechnerei vor. Ihre Argumentation sei ein „hilfloses und infames Ablenkungsmanöver“, sagte CDU-Bildungsexperte Kai Seefried. Heiligenstadt habe es selbst zu verantworten, dass Woche für Woche Hunderttausende Stunden ausfielen. Ihr sei es zudem nicht gelungen, mehr Lehrer und Rektoren für Schulen auf dem Land zu gewinnen.

Zuschuss für Umzug aufs Land?

Dem Vorschlag einer „Dorfprämie“, eines finanziellen Zuschusses, um Lehrer in ländliche Gebiete zu locken, erteilte die Ministerin gestern eine Absage. Man plane aber, Bewerbern, die eine Stelle im ländlichen Raum oder an einer Brennpunktschule in der Stadt annähmen, künftig eine Umzugskostenvergütung zu zahlen, sagte Heiligenstadt.     

7800 Stellen in zwei Jahren besetzt

Rund 7800 Lehrer hat das Land in diesem und im vergangenen Schuljahr eingestellt, darunter mehr als 600 Quereinsteiger. Allein im zweiten Halbjahr 2016/2017, das Anfang Februar begonnen hat, wurden rund 1420 Stellen ausgeschrieben, davon knapp 600 an Grund-, Haupt- und Realschulen. Besetzt werden konnten aber nur 1274, davon 522 an Grund-, Haupt- und Realschulen, 245 an Oberschulen, 207 an Gesamtschulen und 213 an Gymnasien. Auch zum Sommer 2017 sollen wieder 2000 Stellen ausgeschrieben werden.
Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) verwies darauf, dass die Zahl der Studenten wieder angestiegen sei, zudem würden immer weniger Pädagogen pensioniert. Ob angehende Lehramtsstudenten tatsächlich auch eine Anstellung fänden, sei aber unklar. Gute Chancen hätten Sonderpädagogen.  

Mit Durchsuchungen ist die Polizei am Dienstag gegen die rechte Szene im Raum Göttingen vorgegangen. Zeitgleich seien sechs Objekte in Stadt und Landkreis Göttingen sowie in Thüringen durchsucht worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. In Raum Göttingen und in Thüringen stellen sie Stichwerkzeuge und Datenträger sicher.

28.02.2017

Bis zum Ende des Islamismus-Ausschusses wird kein heikler Zeuge in dem eigens eingerichteten abhörsicheren Raum im Landtag aussagen. Mehr als 300.000 Euro hatte das Zimmer gekostet. „Das Geld hätte man sich sparen können“, sagt Grant Hendrik Tonne, Obmann der SPD im Untersuchungsausschuss.

01.03.2017

Northeim unter Schock: Ein 26-jähriger Deutscher bastelte in seiner Wohnung in der 30.000-Einwohner-Stadt an einer Bombe. Es mag vielen untypisch erscheinen, dass der Terrorverdächtige keinen Migrationshintergrund hat, ein Einzelfall ist es nicht.

27.02.2017