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Niedersachsen So diskutieren HAZ-Leser Änderungen der Nationalhymne
Nachrichten Politik Niedersachsen So diskutieren HAZ-Leser Änderungen der Nationalhymne
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00:30 10.03.2018
Die deutsche Flagge. Quelle: Foto: dpa
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Hannover

Die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums fordert eine Änderung der deutschen Nationalhymne. Anlässlich des Weltfrauentages sollen zwei Formulierungen des Liedtextes ersetzt werden. So diskutieren HAZ-Leser den Vorschlag.

Wasser auf die rechten Mühlen

Leute, geht’s noch? Haben wir keine anderen Probleme, als alles und jedes zu „gendern“? Müssen wir überall an der Sprache herumschrauben? Alles geschlechtsneutralisieren? Ist dem Genderwahn nichts mehr heilig? So ein, Entschuldigung, saudummer Vorschlag ist doch nur Wasser auf die Mühlen der rechtsnationalen AfD und Konsorten. Nicht, dass wir vor denen in vorauseilendem Gehorsam kuschen sollten, im Gegenteil, aber ... Gerade ist, übrigens mit blendenden Reden im Bundestag, deren Gesetzentwurf abgewatscht worden, Deutsch als Landessprache in die Verfassung zu schreiben – und nun das! 

Und: „Couragiert“ ist mitnichten das Gleiche wie „brüderlich“. Hätte Hoffmann von Fallersleben das gemeint, hätte er es auch so geschrieben.

Christopher Reschke, Hannover

Viel Heimat, ein Vaterland

Als Gleichstellungsbeauftragte im Bundesfamilienministerium scheint man Zeit für das Ausbrüten absurder Vorschläge zu haben: Anders kann man den Vorstoß von Kristine Rose-Möhring nicht bewerten, wenn sie die Nationalhymne „geschlechtsneutral“ genderisieren will. Das Wort „Vaterland“ soll also gestrichen und durch „deutsche Heimatland“ ersetzt werden. Was aber ist ein „deutsches Heimatland“? Wie würde darauf wohl ein Bayer oder ein Friese reagieren? Der Gründungsvorsitzende des Heimatbundes Niedersachsen, Prof. Justus Kettler, hat darauf bereits 1901 eine Antwort gegeben: „Es kann naturgemäß nicht eine deutsche Heimat geben, sondern nur eine schwäbische, eine thüringische, eine schlesische, eine niedersächsische. Was den Deutschen gemeinsam ist, ist das Vaterland, nicht die Heimat.“

Wenn man die Hymne schon veralbern will: Warum soll die Strophe „brüderlich mit Herz und Hand“ durch „couragiert“ ersetzt werden? Wäre es da nicht besser mit „der/die/das mit Herz und Hand“? Das können selbst Sesamstraßenkinder verstehen, und andere Geschlechter sind nicht länger diskriminiert.

Übrigens: Muss nicht auch der Begriff „Mutter Erde“ aus dem Sprachschatz getilgt werden, weil damit Männer diskrimiert werden? Ein neues Betätigungsfeld für Kristine Rose-Möhring!

Heinz-Siegfried Strelow, Sehnde

Freundschaftlich statt brüderlich

Die Frauenbeauftragte im Bundesfamilienministerium möchte die Nationalhymne geschlechterneutral umformulieren. Sie wünscht, dass wir statt „Vaterland“ „Heimatland“ singen. Einverstanden! Außerdem soll es in Zukunft statt „brüderlich mit Herz und Hand“ „couragiert mit Herz und Hand“ heißen. Das klingt gar nicht gut – so gewollt! Ein Fremdwort in der deutschen Nationalhymne? Das passt nicht. Außerdem bedeutet „couragiert“ nicht das Gleiche wie „brüderlich“. Ich schlage stattdessen „freundschaftlich mit Herz und Hand“ vor. Das kommt den Intentionen von Hoffmann von Fallersleben doch sicherlich näher. 

Wilhelm Behrens, Burgdor

Kein Verständnis für Aktionismus

Es sind genau diese Dinge, die das Gegenteil von dem bewirken, was damit bezweckt wird. Das Umdichten der Nationalhymne in einen geschlechterneutralen Text nützt niemandem, es treibt nur diejenigen, die es ablehnen, weiter den Rattenfängern in die Arme. Als Beispiel angeführt wird die Umdichtung der österreichischen Nationalhymne. Ein Land, in dem der rechte Rand salonfähig geworden ist – und niemand fragt sich offenbar, warum. Selbst der weibliche Teil der deutschen Bevölkerung hat wohl in der weit überwiegenden Mehrheit kein Verständnis für derlei Aktionismus. Diejenigen, die entscheiden, ob diese Änderung stattfinden wird, haben hoffentlich den Mumm, dagegen zu sein, ohne als frauenfeindlich abgestempelt zu werden.

Man kann für gleiche Bezahlung, Gleichbehandlung von Frauen und schärfere Sexualgesetze sein. An bestimmten Stellen macht der „Alles über einen Kamm“-Wahn aber keinen Sinn. Oder soll das Niedersachsen-Lied mit seinem „Heil Herzog Wittekinds Stamm“ demnächst abgeschafft werden, weil es das Wort Heil enthält und der Herzog keine Frau ist?

Andreas Möller, Gehrden

Elternsprache statt Muttersprache

Anstelle „brüderlich“ schlage ich „freundschaftlich“ vor. Bin dann allerdings auch dafür, dass die sogenannte „Muttersprache“ in die neue Version „Elternsprache“ umbenannt wird.

Hansjürgen Künnemann, Edemissen

Grenze überschritten

Seit George Orwells Roman „1984“ sollte bekannt sein, dass eine von oben aufgezwungene Sprache keine gesunde Sache sein kann, denn sie ist dem Wesen nach totalitär! Deshalb stoße ich mich am „Durchgendern“. Es ist eine Vergewaltigung der Sprache, wenn selbst in Klassikern die „Negerhäuptlinge“ verschwinden müssen, weil man sie den heutigen Lesern angeblich nicht mehr zumuten kann. Wenn selbst alte Kirchenlieder wie „Der Mond ist aufgegangen“ sprachlich zwangskastriert werden müssen, dann ist die Grenze des guten Geschmacks überschritten.

Wenn unsere Nationalhymne nicht mehr zeitgemäß erscheint, lassen Sie eine Neue in Auftrag geben. Aber lassen Sie ihre Finger vom Verhunzen alter Texte!

Ralf Förthmann, Hannover

Fest in Traditionen

Nehmen wir uns doch ein Beispiel an den Sozialdemokraten: Die halten treu und fest an Traditionen. Sie singen weiter die zweite Strophe von „Wann wir schreiten Seit an Seit“, nämlich: „Eine Woche Hammerschlag, eine Woche Häuserquadern zittern noch in unsern Adern; aber keiner wagt zu hadern.“ Geht doch!

Walter Euhus, Langenhagen

Wichtigere Aufgaben

Muss man wirklich erst AfD wählen, damit diesem genderistischen Übereifer Einhalt geboten wird? Wenn sich die Frauenbeauftragte ernsthaft mit solchen Themen beschäftigt, ist sie nicht ausgelastet und das Amt gehört abgeschafft. Natürlich hat Hoffmann von Fallersleben „brüderlich“ im Sinne von „gemeinsam“ oder „zusammen“ gemeint, um die zur damaligen Zeit bestehende Kleinstaaterei in Deutschland zu beenden! „Couragiert“ trifft dies wirklich nicht!

Wo ist der vom Bund bezahlte Männerbeauftragte, der sich im Sinne der Gleichberechtigung für Männerparkplätze, Männertaxis und Männerhäuser starkmacht? Ist es der Frauenbeauftragten nicht genug, dass alle Begriffe, die im Plural verwendet werden, ohnehin den weiblichen Artikel bekommen? Sie sollte sich lieber um unterdrückte oder schlimm behandelte Frauen kümmern.

Martin Worpenberg, Hannover

Unverrückbare Geschichte

Es ist geradezu schmerzhaft, wie Kristine Rose-Möhring ihren Genderwahn nun an der deutschen Nationalhymne austoben will. Es wird wirklich höchste Zeit, dass der Erhalt der deutschen Muttersprache im Grundgesetz aufgenommen wird, um solchen Querdenkern das Handwerk zu legen.

Was mich wundert ist die Tatsache, dass Kristine Rose-Möhring den oft kritisierten Passus „Deutschland, Deutschland über alles in der Welt“ für unverfänglich hält, aber die „Brüder“ und das „Vaterland“ für äußerst suspekt und änderungswürdig. Und was kümmern uns eigentlich, den Text betreffend, die Nationalhymnen anderer Länder, wenn es um unsere eigene geht?

Als Hugo von Hoffmannsthal den Text schrieb, waren die politischen Verhätnisse in Deutschland alles andere als normal. Der Zorn packte ihn, er formte ihn in einen flammenden Text. Das ist ein Stück deutscher Geschichte und unverrückbar. Es gehört schon ein erheblicher Mangel an Geschichtsbewusstsein dazu, den Text dem Modetrend des Genderismus zu opfern. Und ich bin durchaus kein Nationalist mit Blut-und-Boden-Romantik.

Anstatt ihre Zeit mit solchen Mätzchen zu vertun, sollte sie sich den wirklichen Baustellen der Gleichstellung zuwenden. Denn da gibt es noch viele offene Baugruben zu schließen.

Ernst Rohner, Hannover-Wettbergen

Von Red

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