Die Kandidaten Stefan Schostok (links), Monika Griefahn und Olaf Lies.
Die SPD-Mitglieder, die zu der Veranstaltung gekommen waren, gaben ihr Urteil ab. Der 45-jährige Stefan Schostok aus Hannover ging mit 453 Stimmen als Favorit aus dem Rennen. Er hatte bei der Konferenz in der Kleinstadt Laatzen bei Hannover aber auch ein Heimspiel. Olaf Lies bekam 97 Stimmen der SPD-Mitglieder, Monika Griefahn 66.
Noch vor dem Beginn der insgesamt zehn Regionalkonferenzen für die Parteimitglieder in Niedersachsen zog der vierte Kandidat - der chancenlose Außenseiter Stefan Preuße aus Gifhorn - seine Bewerbung zurück. Der Unternehmensberater begründete das mit beruflichen Verpflichtungen.
Die Kandidaten sollen sich in den kommenden Wochen in den weiteren Regionalkonferenzen dem Urteil der SPD-Mitglieder stellen. Mit dem Votum der Basis betritt die SPD Neuland. Die endgültige Entscheidung über den neuen Landesvorsitzenden aber bleibt den Delegierten beim Landesparteitag Ende Mai vorbehalten. Die Neubesetzung der Parteispitze ist notwendig, weil der Landesvorsitzende Garrelt Duin nach anhaltenden internen Querelen sein Amt im Mai abgibt.
„Wir vermitteln wieder Spaß an der Demokratie“, sagte Schostok, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Bezirks Hannover bei der Vorstellungsrunde. Der Andrang in der Aula des Schulzentrums erinnerte ihn an die Blütezeit der Sozialdemokratie: „So voll müssen die Säle in den siebziger Jahren bei der SPD gewesen sein“, sagte der 45-Jährige unter großem Applaus. Er hatte in der Kleinstadt bei Hannover gewissermaßen ein Heimspiel.
Der Vizechef der Landespartei, Lies aus Friesland, betonte, die SPD sei die einzige Partei, die für soziale Gerechtigkeit stehe. „Wir müssen wieder zu den Kümmerern vor Ort werden“, sagte der 42 Jahre alte Landtagsabgeordnete.
Die ehemalige Umweltministerin Griefahn setzte auf ihre Erfahrung in der Landespolitik, aber auch als ehemalige Bundestagsabgeordnete und Mitbegründerin der Umweltorganisation Greenpeace. „Ich bin gewohnt, eine bunt zusammengewürfelte Gruppe zu koordinieren.“ Alle drei Kandidaten attackierten die schwarz-gelbe Landesregierung von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vor allem in der Bildungspolitik.
lni