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Niedersachsen Piel: Als Vorsitzende die gesamten Grünen vertreten
Nachrichten Politik Niedersachsen Piel: Als Vorsitzende die gesamten Grünen vertreten
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09:04 26.01.2018
Die niedersächsische Fraktionschefin Anja Piel kandidiert als Bundesvorsitzende bei den Grünen. Quelle: dpa
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Hannover

 Die Landtagsfraktionschefin der niedersächsischen Grünen will den Sprung in die Bundespolitik wagen: Beim Grünen-Parteitag in Hannover tritt sie an diesem Wochenende für den Parteivorsitz an. Im Interview erklärt sie, welche Ziele sie hat.

Um den Grünen-Vorsitz bewerben sich außer Ihnen Robert Habeck und Annalena Baerbock. Beide gelten als Realos. Sollte man also Sie wählen, wenn man vom linken Flügel ist?

Als Kandidatinnen und Kandidaten treten wir alle an, um den gesamten Laden zu vertreten. Wenn man in so einem Amt ist, hat man die Verantwortung - nicht nur für die beiden Flügel, sondern auch für diejenigen in der Partei, die sich keinem Flügel zugehörig fühlen. Das habe ich in Niedersachsen schon als Landesvorsitzende immer ernst genommen und nehme das jetzt auch als Fraktionsvorsitzende ernst. Deshalb springt diese Idee zu knapp, man könnte für einen Flügel oder von einem Flügel gewählt werden. Damit bekommt man keine Mehrheiten.

Sie sind als „die Sanfte“ charakterisiert worden. Ist das Ihr Profil?

Es gibt Menschen, die sind sehr laut und vertreten ihre Ziele mit viel Getöse. Wenn man näher rankommt, stellt sich heraus: Das sind Scheinriesen. Ich behaupte, dass es bei mir andersherum ist. Nach außen habe ich das Image, sehr verbindlich und freundlich zu sein. Wer mehr mit mir zu tun hat, weiß auch, wie unerbittlich und unnachgiebig ich für bestimmte Themen einstehen und streiten kann. Es ist ja nicht umsonst so, dass Niedersachsen bei vielen Verschärfungen in der Flüchtlingsfrage nicht mitgegangen ist und sich in zwei Fällen im Bundesrat enthalten hat. Das brauchte viel Arbeit und Standfestigkeit.

Die Grünen wollen Erneuerung. Mit 52 Jahren Sie sind die älteste von den drei Kandidaten. Ist das der frische Wind für die Partei?

Wenn man sich anschaut, welche Bevölkerung und welche Gesellschaft wir vertreten, dann traue ich mir mit 52 Jahren durchaus zu, frischen Wind in so einen Bundesvorstand reinzubringen. Ich kenne junge Leute, die weniger flexibel sind als ich. Ich würde das nicht vom Alter abhängig machen. Ich glaube, das ist mehr eine Frage dessen, was man sich zutraut und was man leisten möchte.

Als grüne Fraktionschefin haben Sie schon etwas Erfahrung mit der großen Koalition in Niedersachsen gesammelt. Welche Rückschlüsse ziehen Sie daraus für die Rolle der Grünen als Opposition in Berlin?

Wichtig ist, dass man Schwachstellen deutlich benennt. Das gilt besonders für die Aspekte von Sozial- und Klimapolitik, die jetzt auf der Strecke bleiben. Wir müssen klarmachen, dass Regierungen, wo Grüne mitregieren, besser sind. Besser für den Klimaschutz und besser für Sozialpolitik. Das wird die große Aufgabe in Berlin sein.

Was ist das Un-Grünste, was Sie privat machen?

Ich mag Deospray. Und ich habe Auseinandersetzungen mit meinem Mann darüber, ob man statt Spray nicht lieber einen Pump-Zerstäuber nehmen sollte, weil der umweltfreundlicher ist. Das ist, glaube ich, ungrün.

Von dpa

Sie will Spitzenfrau der Grünen werden, Anja Piel aus Hannover. Im Interview schlägt sie eine Begrenzung der Amtszeiten von Kanzlerinnen vor.

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