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Niedersachsen Niedersächsin Anja Piel will Chefin der Grünen werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersächsin Anja Piel will Chefin der Grünen werden
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00:16 10.01.2018
Anja Piel, Vorsitzende der niedersächsischen Landtagsfraktion der Grünen, will für den Bundesvorsitz der Partei kandidieren. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

 Überraschung bei den Grünen: Im Rennen um die künftige Bundesspitze der Partei hat jetzt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Anja Piel, ihr Interesse kundgetan. Piel bestätigte der HAZ am Sonntag, dass sie sich für den Parteivorsitz bewirbt. Damit ist sie neben dem schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck und der brandenburgischen Bundestagabgeordneten Annalena Baerbock die dritte Kandidatin für das Amt.

Der bisherige Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir tritt nicht mehr an. Die bisherige Mit-Vorsitzende Simone Peter hat am Montag ebenfalls angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen. Die Grünen werden am 26. Januar auf einer außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover über ihre neue Parteispitze entscheiden, zu der jeweils ein Mann und eine Frau gehören.

Da sowohl Habeck als auch Baerbock zum sogenannten realpolitischen Flügel zählen und bei den Grünen großer Wert auf Flügelproporz gelegt wird, kann sich Piel gute Chancen ausrechnen. Sie wird eher dem linken Flügel zugerechnet. Piel warnte aber am Sonntag vor nach innen gerichteten Flügeldebatten. „Eine Nabelschau hilft uns nun wirklich nicht weiter“, sagte sie.

Der noch amtierende Parteichef Özdemir bekräftigte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass er für den Parteivorsitz definitiv nicht antreten werde, sondern die Bewerbung von Habeck und Baerbock unterstütze. Auch bei der Wahl des Vorsitzenden der Bundestagsfraktion werde er nicht gegen den „Linken“ Anton Hofreiter antreten: „Ich habe erkennbar keine Mehrheit. Das muss ich akzeptieren.“

Die Bewerbung der 52-jährigen Landtagsabgeordneten Piel kommt überraschend. Sie selbst begründete die relativ späte Initiative mit den politischen Ereignissen nach der Landtagswahl. „Ich wollte erst einmal abwarten, ob wir in Niedersachsen doch noch zu einer Ampel-Koalition kommen und habe mich dann ausführlich mit meiner Familie und Freunden beraten.“ Als langjährige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag ist Piel durch Bodenhaftung und Pragmatismus aufgefallen. Sie erklärte, im Falle einer Wahl zur Bundesvorsitzenden den Vorsitz der Landtagsfraktion niederlegen zu wollen. Ihr Mandat als einfaches Mitglied im hannoverschen Parlament wolle sie aber behalten.

Zu ihren Zielen sagte Piel der HAZ: „Wir Grünen haben bei den Themen Umwelt- und Klimaschutz gute Zustimmungswerte, während Fragen der Gerechtigkeit und auch der Sozialpolitik von den Wählerinnen und Wählern noch nicht genug wahrgenommen werden.“ Dabei habe ihre Partei sehr gute Konzepte zu den Themen Gesundheitspolitik, Bürgerversicherung oder frühkindlicher Erziehung.

Für wesentlich erachtet Piel auch die Auseinandersetzung mit den Rechtspopulisten, die jetzt in den Parlamenten vertreten seien.

Von Michael B. Berger

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