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Niedersachsen Niedersachsen lässt streunende Katzen kastrieren
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15:44 10.01.2018
Zwei Monate lang lässt das Agrarministerium wilde Hauskatzen kostenlos kastrieren. Quelle: dpa
Hannover

 Etwa 200.000 wilde Hauskatzen leben nach Schätzungen in Niedersachsen – und sie vermehren sich unkontrolliert weiter. Nicht nur die Tierheime, in denen die streunenden Katzen oft abgegeben werden, stellt das vor eine große Herausforderung. Auch die Tiere selbst leiden unter der raschen Fortpflanzung. „Sie sind abgemagert, krank, scheu und oft verletzt“, sagt Michaela Dämmrich, die Landesbeauftragte für Tierschutz. Ab einem halben Jahr können geschlechtsreife Katzen bis zu zwei Mal im Jahr sieben Junge bekommen. „Die landesweite Kastrationsaktion soll helfen, die zukünftigen Populationen verwilderter Katzen einzudämmen“, sagt Agrarministerin Barbara Otte-Kinast.

Katzen leiden unter Vermehrung

„Die Katze hat sich, seit sie in Europa aufgetaucht ist, genetisch nicht verändert“, sagt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbundes. Ihr Fell ist nicht wasserdicht, im Winter finden sie keine Beute „und sie haben keine eigene Geburtenregelung“. Auch wenn das Tier in einem elenden Zustand sei, würde es sich – anders als Wildtiere – weiter vermehren.

Tiere werden kastriert und registriert

Das Agrarministerium will streunende Katzen deshalb nun kostenlos kastrieren und auch registrieren lassen. Gemeinsam mit der Tierärztekammer, dem Bund praktizierender Tierärzte und zwei Tierschutzorganisationen hat die Landestierschutzbeauftragte Dämmrich dazu ein Bündis gegründet. Tierheime,  Schutzvereine und ehrenamtliche Betreuer von Futterstellen können obdachlose Hauskatzen vom 15. Januar bis zum 15. März zum Tierarzt bringen und die Tiere dort behandeln lassen. Anschließend werden die Katzen per Mikrochip gekennzeichnet und im Haustierregister erfasst. Die Tierarztpraxen bekommen die Kosten auf Antrag erstattet. Privatmenschen dürfen Katzen nicht abgeben.

Das Agrarministerium fördert das Projekt mit insgesamt 200.000 Euro. Vom Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes, dessen Berufsverband und die Tierschutzorganisation Tasso stocken den Fonds mit jeweils 15.000 Euro auf. Tierärzte, die an dem Projekt teilnehmen, spenden pro Kastration 25 Euro.

Nach der Kastration und Heilungsphase werden die Katzen wieder dort ausgesetzt, wo sie gefunden wurden. Im Ausnahmefall ist auch eine Weitervermittlung möglich. Insgesamt sollen in den acht Wochen 2600 Katzen kastriert werden.

Kommunen sollen Kastrationspflicht für Freigänger einführen

„Um einen nachhaltigen Katzenschutz zu erreichen, sind die Kommunen aufgerufen, eine Kastrationspflicht für Katzen einzuführen“, sagt Ruhnke. Unkastrierte Freigänger seien die Ursache der unkontrollierten Vermehrung. Allein von Niedersachsens registrierten 390 000 Hauskatzen seien 70.000 nicht kastriert. 

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen gibt es hier.

Von Tomma Petersen

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