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Niedersachsen DRK und Co. machen mit Flüchtlingen 16 Millionen Euro Gewinn
Nachrichten Politik Niedersachsen DRK und Co. machen mit Flüchtlingen 16 Millionen Euro Gewinn
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17:46 21.02.2018
Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes richten im September 2015 ein Zeltlager in der ehemaligen Feuerwehrkaserne in Celle-Scheuen ein. Bis zu 500 Flüchtlinge konnten dort untergebracht werden. Quelle: dpa
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Hannover

 Die Hilfsorganisationen in Niedersachsen haben auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs mit dem Betrieb von Notunterkünften 16 Millionen Euro Gewinn erzielt. Das geht aus Zahlen hervor, die dem Innenministerium nun erstmals vollständig vorliegen. Das Geld soll in den kommenden drei bis fünf Jahren zurück in den Katastrophenschutz fließen, teilte ein Sprecher von Innenminister Boris Pistorius mit.

2000 Flüchtlinge am Tag

Mit 8,5 Millionen Euro haben die Johanniter den größten Teil der Summe verbucht, es folgen die Malteser mit 3,5 Millionen Euro und das Rote Kreuz (DRK) mit 2,3 Millionen Euro. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat 900.000 Euro Überschuss erzielt und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) 700.000 Euro. 

Die Überschüsse sind entstanden, als allein 2015 mehr als 102.000 Menschen in Niedersachsen Schutz suchten. Zu Spitzenzeiten kamen rund 2000 Flüchtlinge am Tag. „Ein geordnetes Verwaltungshandeln“ sei damals „nur bedingt möglich“ gewesen, hat der Landesrechnungshof festgestellt. In dieser Ausnahmesituation bat das Land die Hilfsorganisationen um Unterstützung. Die Helfer stellten in kürzester Zeit Notlager für Tausende Menschen zur Verfügung, weil das Land mit der Unterbringung heillos überfordert war. 

Mehr als 100 Millionen Euro flossen dafür zwischen September 2015 und Oktober 2016 an die Hilfsorganisationen. Doch genau so schnell, wie die Flüchtlingszahl ab August 2015 in die Höhe geschossen war, sank sie im Frühjahr 2016 rapide ab. Weil das Land aber langfristige Verträge mit den Helfern vereinbart hatte, floss das Geld am Ende für leere Betten – ein warmer Geldregen prasselte auf Malteser und Co. nieder. Die Johanniter etwa hatten im Herbst 2016 einen zwischenzeitlichen Überschuss von 20 Millionen Euro in ihren Büchern. Selbst 2017 noch überwies das Land nach Angaben des Landesrechnungshofes noch einmal 19,5 Millionen Euro für nicht genutzte Kapazitäten.

Leere Betten, volle Konten

Inzwischen haben Land und Hilfsorganisationen abgerechnet, und übrig geblieben ist der Gewinn von 16 Millionen Euro. Über das Geld können die Organisationen nicht frei verfügen. Das Land habe mit den Johanniter eine sogenannte Zielvereinbarung über die Verwendung abgeschlossen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Ähnliche Verträge mit den anderen sollen noch folgen. Darin ist festgehalten, dass 70 Prozent der Mittel für Investitionen etwa in Einsatzfahrzeuge gehen sollen. Der Rest soll für Aus- und Fortbildung verwendet werden.

Die DLRG etwa hat nach Angaben eines Sprechers fünf hochwassertaugliche Boote ausgeschrieben. 250.000 Euro will sie dafür ausgeben. Die Johanniter haben in ihrem Bildungsinstitut in Hannover eine neue Vollzeitstelle für die Ausbildung von Rettungssanitätern geschaffen, wie eine Sprecherin erklärte. Neue Fahrzeuge und Schutzkleidung sollen angeschafft werden. Das DRK will unter anderem in Fahrzeuge, Funkgeräte und Impfungen der Mitarbeiter investieren. Ähnliche Pläne gibt es auch beim ASB, wie eine Sprecherin mitteilte.

Von Karl Doeleke

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